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der Kaiser deine Nebenbuhlerschaft gefürchtet hat, und wieviel du von seiner Hand zu leiden hattest. ES fragt sich nun,kannst du ihm Las verzeihen?"
„Laß mich meinen Kopf in meinen Mantel hüllen," sagteUrsel, „um de» Schwindel zu zerstreuen, der mein armesGehirn belästigt; ich will dir meine Meinung sagen, sobaldmir der Kopf klar sein wird "
Er sank auf seinen Sitz, indem er sich den Kopf ver-hüllte, und nachdem er einige Minuten lang nachgesonnenhatte, wandte er sich an Douban mit einem Zittern, daS seinefortdauernde Nervenschwäche verrieth, und sprach: „Eine un-gerechte und grausame Behandlung erregt im ersten Augen-blicke den höchsten Unwillen dessen, der sie erleidet, und viel-leicht gibt eS keine Leidenschaft, die länger im Busen lebt,als der natürliche Trieb zur Rache. Hättest du mir darumin dem ersten Monat, wo ich auf dem Bette der Trübsalausgestreckt lag, Gelegenheit verschafft, mich an meinem Un-terdrücker zu räckcn, so hätte ich gern den Rest meines elen-den Lebens als Preis dafür bezahlt. Aber Leiden, die Wochenund Monate dauern, sind nicht zu vergleichen mit denen, dieJahre dauern. Denn bei einem kurzen Leide» behalten Kör-per und Geist die Kraft, an dem gewohnten Leben und seinenHoffnungen, Wünschen, Täuschungen und Widerwärtigkeitenfestzukalten Aber die Wunden schließen sich nach und nach,und bessere Gefühle erwachen nach und nach. Die Lüste undGenüsse der Welt beschäftigen den nicht mehr, hinter demsich das Thor der Verzweiflung geschlossen hat. Ich gestehedir, mein guter Arzt, daß ich zu einer Zeit einen großen TheildeS Felsens durchschnitten habe, um meine Freibeit zu gewin-nen. AVer der Himmel hat mich von dieser Tborheit geheilt;und wenn ich auch dazu nicht kommen konnte, den Alexius