Druckschrift 
47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
81
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Sollte ich die Geheimnisse verrathen, die mir mein Va-ter anvertraut hat?" sagte die Prinzessin;und nun gar voreinem, der noch eben erst sein Feind war?"

Nenne es nicht verrathen," sagte Irene,denn es stehtgeschrieben, du sollst Niemand verrathen, am wenigsten deinenVater und Len Vater des Landes. Doch der heilige LukaSschreibt ebenfalls, daß die Menschen verrathen werden sollendurch Aeltern und Geschwister, Verwandte und Freunde, folg-lich gewiß auch durch Töchter; darunter verstehe ich aber nur,daß du uns so viel von den Geheimnissen deines Vaters of-fenbaren sollst, als wir brauchen, um das Leben deines Ge-mahls zu retten. Der Nothfall entschuldigt das, wenn esnicht ganz in der Ordnung ist."

So sei es denn, Mutter. Da ich einmal, vielleicht zuvoreilig, eingewilligt habe, diesen Verbrecher dem Nächerarmmeines Vaters zu entziehen, so muß ich wohl alle möglichenMittel zu seiner Erhaltung ausbieten. Ich ließ meinen Vaterunten an der Treppe, die man die Tiefe des Acheron nennt,in dem Kerker eines blinden Mannes, den er Ursel nannte."

Heilige Jungfrau!" rief die Kaiserin aus,du hast einenNamen genannt, den man lange nicht gehört hat."

Hat die Furcht vor den Lebendigen den Kaiser verleitet,die Tobten zu beschwören?" sagte der Casardenn Urselgehört seit drei Jahren nicht mehr zu den Lebendigen."

Genug, ich rede die Wahrheit," sagte Anna Cvmnena.Mein Vater bespricht sich in diesem Augenblick mit einemerbarmenswürdigen Gefangenen, den er so nannte."

Das vergrößert die Gefahr," sagte der Cäsar;er kannes nicht vergessen haben, mit welchem Eifer ich die Partei desjetzigen Kaisers gegen ihn nahm, und sobald er in Freiheitsein wird, wird er sich dafür zu rächen suchen. Diesen Uni-Graf Robert ui. 6