Druckschrift 
47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
73
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aber eilte nach den Gemächern ihrer Mutter, und fand da-selbst die Kaiserin.

Geht hinaus, ihr Mädchen," sagte Irene,und du läßtNiemand herein, auch wenn der Kaiser es beföhle. Mach'die Thüre zu, Auna; wenn uns die Eifersucht der MännerSchloß und Riegel versagt, unsere Gemächer zu verschließen,bedienen wir uns anderer Mittel, die uns zu Gebot stehen,um diesen Zweck zu erreichen; und bedenke, Prinzessin, daß,wie sehr du deinem Vater verpflichtet sein magst, du es mirnicht weniger bist: denn du bist von dem nämlichen Geschlechtwie ich, und ich kann dich buchstäblich Blut von meinemBlut und Bein von meinem Bein nennen. Sei versichert,dein Vater kennt nicht das Gefühl eines Weibes. Weder ernoch sonst ein Mann begreift die Pein eines Herzens, das ineinem weiblichen Busen schlägt. Diese Männer, Anna, zerreißenohne Bedenken die zartesten Bande des Herzens, von denendes Weibes Sorge, Freude, Pein, Liebe, Verzweiflung abhän-gen. Darum vertraue mir, meine Tocbter, und glaube mir,ich will Leines Vaters Krone und dein Glück zugleich retten.Das Betragen deines Gemahls war schlecht, im höchstenGrade schlecht; aber, Anna, er ist ein Mann und indemich ihn so nenne, lege ich ohne gedankenlosen Verrath, leicht-fertige Untreue und jede Art von Thorheit und Unbeständig-keit als natürliche Schwächen bei. Du darfst also au dieseFehler nicht Lenken, es sei denn, um sie zu verzeihen."

Mutter," sagte Anna Comnena,verzeiht mir, wennich Euch erinnere, daß Zhr einer Prinzessin, die im Purpurgeboren wurde, ein Betragen verschreibt, das selbst einemWeibe nicht geziemen würde, das mit dem Wasserkrug zumBrunnen des Dorfes geht. Alle die in meiner Nähe sind,huldigen meiner hohen Geburt, und als dieser Nicephorus