wiedergefunde» gehabt hätte, darüber in Wahrheit nicht un-versöhnlich sbeleidigt gewesen sein. Erschöpft, wie sie war,lehnte sie sich an die Brust und Schulter des Angelsachsen;auch machte sie keinen Versuch, sich zu ermannen, wiewohlihr ihr Geschlecht und Stand eine solche Anstrengung empfah-len. Hereward fragte sie mit dem kalten und ehrerbietigenAusdruck eines schlichten Soldaten, ob er ihre Dienerinnenrufen solle, worauf sie mit einem schwachen Nein antwortete.„Nein, nein," sagte sie, „ich habe etwas für meinen Vaterzu thun, und ich darf keine Augenzeugen herbeirufen; — erweiß mich in Sicherheit, Hereward, denn er weiß, daß ichbei dir bin; und wenn ich dich durch meine Schwäche belästige,so setze mich auf diese Marmorstufen nieder — ich werde michbald erbolen."
„Verhüt's der Himmel, Prinzessin," sagte Hereward, „daßich es mit Eurer Hoheit Gesundheit so leicht nehmen svllte-Jch sehe Eure Fräulein, Astarte und Vivlante, die Euchsuchen. — Erlaubt, daß ich sie herbeirufe, und ich will Euchbewachen, wenn Ihr unfähig sein solltet, Euch nach EuremGemach zurückzuziehen, wo sich diese Nervenaufregung baldgeben würde."
„Thuh'. was dir gefällt, Fremdling," sagte die Prinzessin,sich fassend, mit einer gewissen Verdrossenheit, die vielleichtdaher rührte, weil sie die Anwesenheit von mehr als zweiPersonen bei dem gegenwärtigen Auftritt für überflüssig hielt.Darauf, als wenn ihr der Auftrag ihres Vaters plötzlichwieder einfiele, befahl sie dem Waräger, sich alsbald zu demKaiser zu begeben.
Bei dergleichen Auftritten haben die geringfügigsten Um-stände ihren Einfluß auf die handelnden Personen. Der An-gelsachse merkte, daß die Prinzessin über etwas verdrossen