denn es ist nicht klug, die Geheimnisse dieses GefängnissesLeuten zu offenbaren, die nichts von denselben missen; indeßgehe, mein Kind, nicht weit von der Treppe, die mir herun-tergestiegen sind, wirst du Edward, de» wackeren und treuenWaräger finden; befiehl ihm hierher zu kommen, um mirbeizustehen, und schicke mir auch Douban, den erfahrnenArzt."
Die Prinzessin, die von Angst und Schrecken erfüllt war,fühlte sich durch den sanfteren Ton, in dem ihr Vater zu ihrredete, etwas beruhigt. Mit wankenden Schritten, doch etwasermuthigt durch den Inhalt des erhaltenen Auftrags, stieg siedie Treppe, die zu den unterirdischen Kerkern führte, hinauf.Als sie die Hohe derselben erreicht hatte, bemerkte sie an derThüre der Halle eine große kräftige Gestalt. Von Abscheuerfüllt bei dem Gedanke», das Weib eines so ekelhaftenGeschöpfes, wie Ursel, zu werden, wurde der Geist der Prin-zessin einen Augenblick von Schwäche überwältigt, und als siedie traurige Wahl bedachte, die ihr ihr Vater gelassen hatte,konnte sie sich nicht enthalten, den schönen und tapferen Wa-räger, der die kaiserliche Familie bereits aus einer großenGefahr gerettet hatte, als eine zu einer ehelichen Verbindung,wenn sie durchaus eine zweite Wahl treffen müsse, geeigneterePerson anzusehen, als das seltsame, widerstehliche Geschöpf,das die Politik ihres Vaters in der Tiefe des Blachernäge-fängnisses aufraffte.
Die arme Anna Comnena, die ein schüchternes, aber keinkaltsinniges Weib war, würde an so etwas nicht gedachthabe», wenn nicht das Leben ihres Gemahls, NicephvrusBriennius, in der größten Gefahr geschwebt hätte; der Ent-schluß des Kaisers war offenbar der, das Leben desselben nurunter der Bedingung zu schonen, daß seine Tochter von ihm