Stärke zu vertrauen, nothwendig beschämt sein muß, wennman es zwingt, sein Heil von einem anderen als dem eigenenSchwert zu erwarten, und wäre es selbst das eines Gemahls?"
„Ihr seid mißleitet, Gräfin," antwortete der Philosoph,„von Eurem Stolz mißleitet, der ein Hauptfehler des Weibesist. Glaubt Ihr, es sei keine Vermessenheit, den Beruf derMutter und des Weibes zu verlassen, und dem jener gehirn-kranken Thörinnen zu folgen, die gleich weiblichen Banditenalles, was ehrenhaft oder nützlich ist, einem verrückten undeingebildeten Heldenthume opfern? Glaubt mir, schone Dame,daß die wahre Tugend von Euch darin zu suchen wäre, inder Gesellschaft Euren Platz mit Anmuth auszufüllen, EureKinder zu erziehen, und die Männer zu bezaubern; Alles wasdarüber ist, kann Euch zwar gehaßter oder gefürchteter abernicht liebenswürdiger machen."
„Ihr gebt Euch für einen Philosophen aus," sagte dieGräfin; „Ihr solltet also wissen, daß der Rubin, welcher dasGrab eines Helden oder einer Heldin bekränzt, mehr wertstist als jeder Beruf, in welchem gewöhnliche Menschen ihrLeben zubringen. Eine einzige mit rühmlichen Thaten undkühnen Wagestücken ausgefüllte Lebensstunde überwiegt ganzeJahre des gemeine» Alltagtreibens/ wo die Menschen durchsLeben schleichen ohne Ehre und Aufsehen gleich faulem Was-ser im Sumpf."
„Tochter," sagte Agelastes, indem er stch der Dame nä-herte, „es thut mir leid, Euch in einem Jrrthum besangenzu sehen, den eine ruhige Betrachtung beseitigen kann Wirkönnen uns schmeicheln, und die menschliche Eitelkeit verfehltnicht, es zu thun, daß übermenschliche Wesen, die unendlichmächtiger sind als wir, täglich Gutes und Böses unserer Weltzutheilen, das Schicksal der Schlachten und der Reiche be-