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Gefühlen der tiefsten Ehrfurcht, die sich bald in Staunen undAbscheu verwandelten, empfing.
Obgleich Alexius von vielen seiner Hofleute, namentlichvon einigen Gliedern seiner Familie, für eine» Heuchler ge-halten wurde, so verdiente er doch einen so gehässigen Namenkeineswegs. Er erkannte in der That die wichtige Stütze, dieihm die Gunst der Geistlichkeit gewährte, und darum war erbereit, der Kirche oder einzelnen treuen Prälaten Opfer zubringen; doch wiewohl Alexius selten dergleichen Opfer ohneeinen politischen Zweck brachte, so betrachtete er sie doch alsBeweise seiner Frömmigkeit, statt sie als Proben seiner Po-litik anzusehen.
Der Kaiser legte in seiner Beichte dem Patriarchen dieFehler seiner Regierung offen Lar: er stellte alle seine Ver-irrungen in ihrer Nacktheit dar, und nahm von seinen Hand-lungen den Schleier, der sie hatte beschönigen sollen. DerPatriarch hörte zu seinem Erstaunen den wahren Hergangmancher Hofintrigue, die ein ganz anderes Aussehen gehabthatte, bis der Kaiser selbst durch seine Erzählung entwedersei» Betragen dabei rechtfertigte oder ungerechtfertigt ließ.Im Ganze» stand die Wage mehr zu Gunsten des Alexius,als der Patriarch, der in die Hvfintriguen nicht eingeweihtwar, wobei Minister und Höflinge für den Beifall, den sieim Rath Len ungerechtesten Handlungen des Monarchen schen-ken, immer demselben eine größere Schuld aufbürden, alssich selbst, für wahrscheinlich gehalten hatte. Viele Männer,wie man glaubte, dem persönlichen Haß und Neid des Kai-sers geopfert worden waren, waren in Wahrheit ihres Lebensoder ihrer Freiheit darum beraubt worden, weil die Ruhe desStaats und die Sicherheit des Monarchen dadurch allein ge-ährt werden konnte.