Druckschrift 
47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
45
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Der verrätherische Schurke," dachte er,ist von seinenMeuterern umgeben, sonst hätte er diese Drohung nicht ge-wagt. Oder, was schlimmer wäre, Agelastcs, der an der Gränzedes Lebens steht, hat vielleicht die wunderbare Gabe erhalten,in die Zukunft zu schauen, und spricht weniger aus eigenerUeberlegung, als er dem Geheiß des prophetischen Geistesfolgt. War ich denn als Kaiser ein so großer Sünder, daßman mit Recht die Worte auf mich anwenden kann, welchedie verunglimpfte Cleonice zu ihrem Räuber und Mörderspricht? Ich glaube nein. Mit weniger gerechter Strenge,glaube ich, hätte ich meine hohe Stellung schlecht vertheidigt,die mir der Hin mel angewiesen hat, und die ich als Herr-scher zu verkheidigen verpflichtet war. Die Zahl Lerer, diemci» Wohlwollen kennen gelernt haben, kann sich wohl messenmit der Zahl derer, welche die verdiente Strafe ihrer Schuldereilt hat Doch wurde diese Strafe, wiewobl sie verdientwar, immer auf eine gesetzliche und rechtliche Weise genom-men? Ich kann mir schwerlich selbst diese Frage beantworten;und wo ist der Manu, hätte er auch die Tugenden einesAntonius, der in einer so hohen Stellung, die voll Verant-wortlichkeit ist, bei einer Frage ruhig bleiben konnte, wie siein der Warnung dieses BerrätherS enthalten ist? 'tu culesusi>ii->,n wir alle sollen Gerechtigkeit gegen einander üben legue -ilgue alios nwnet ultor wir sind alle einemhöheren Richter verantwortlich. Ich will den Patriarchensprechen ich will ihn gleich jetzt besuchen; und wenn ichder Kirche meine Vergehungen gebeichtet haben werde, sollmir durch ihre Vergebung daS Recht zu Theil werden, denletzte» Tag meiner Negierung im Bewußtsein der Unschuldoder der Vergebung zu verleben einer Gemüthsverfassung,die Hochgestellten selten zu Theil wird."