Druckschrift 
47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

L3

Stadttheile, und endlich gewahrte man auch die Flotte Tan-kreds, die aus Galeeren, Ruderboten und Frachtschiffen be-stand, und von Scutari aus eine solche Höhe auf der Meer-enge zu gewinnen suchte, daß sie mit Wiederkehr der Fluthden Hafen von Constantinopel gewinnen könne.

Alexius Cvmnenus selbst war über diese unerwartete Be-wegung der Kreuzfahrer betroffen. Doch nach einer Unter-redung mit Hereward, dem er so viel Zutrauen geschenkthatte, daß er es nicht mehr widerrufen konnte, beruhigte ersich wieder, zumal da ihm die abgeordnete Schaar zu schwachvorkam, um einen Angriff gegen die Stadt ansführen zukönnen. Zu denen, die in seiner Nähe waren, sagte er ganzgleicbgültig, daß schwerlich in der Nachbarschaft des Krcuz-lagers eine Trompete zum Angriff blasen könnte, ohne daßeinige von den vielen Rittern herauskämen, um dem Schau-spiel des Kampfes beizuwohnen.

Auch die Verschwornen hatten ihre geheimen Befürchtun-gen, als sie das kleine Heer Tankreds auf der Meerenge be-merkten. Agelastes bestieg ein Maulthier, und begab sichnach dem Meeresufer, da wo nun Galata ist. Er begegnetedem Schiffer Bertha's, den Gottfried theils aus Verachtung,theilü weil der Bericht, den er wahrscheinlich mache» würde,die Verschwornen in der Stadt täuschen würde, in Freiheitgesetzt hatte. Von Agelastes mit Fragen gedrängt, erklärteer, daß diese Schaar, so viel er wüßte, auf Bohemunds Ver-langen abgeordnet, und unter den Befehl seines Vetters Tan-kred gestellt worden sei, dessen bekanntes Banner von demVordermast wehe. Das ermuthigte Agelastes, der heimlichmit dem verschmitzten und feilen Fürsten von Antiochien inVerbindung getreten war. Der Zweck des Philosophen wargewesen, von Bvhemund Truppen zu erhalten, welche zu der