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„Ich mochte zu dem Oberfeldherrn, ihr Ritter," antwor-tete Bertha, „ich Hab' einen geheimen Auftrag an ihn."
„An wen?" jagte der Führer eines Haufens, ein schönerJüngling von etwa achtzehn Jahren, der ein besseres oder einmit Wein weniger übergosseneS Gehirn als seine Cameradenzu haben schien. „Welchen von unseren Anführern verlangtIhr zu sehen?" fragte er.
„Gottfried von Bouillon."
„Sieh doch!" sagte der Page, der zuerst gesprochen hatte;„wäre dir nicht mit einem Geringeren gedient? Betrachteuns einmal; jung sind wir alle und ziemlich reich. Der Her-zog von Bouillon ist alt, und wenn er einige Zechinen hat,so verthut er sie nicht für so was."
„Ich habe ein untrügliches Erkennungszeichen für Gott-fried von Bouillon," antwortete Berlha; „und er wird's euchwenig danken, wenn ihr mir den Zugang zu ihm versperrt;"und hierbei zeigte sie ein kleines Kästchen, in welchem derSiegelring des Grafen von Paris verscklossen war. „Ich willes euch in die Hände geben," sagte sie, „wenn ihr mir ver-sprecht, es nicht zu öffnen, und mir bei dem edlen Führerdes Kreuzheers freien Zutritt zu verschaffen."
„Das will ich, sagte der Jüngling, „und wenn es demHerzog gefällt, so sollst du Zutritt bei ihm haben."
„Ernst von Apulien, dein schwacher italienischer Witz istin die Falle gegangen," sagte einer von den Gesellen.
„Du bist ein Narr, Polvdor," versetzte Ernst; „an dieserSache mag mehr sein, als dein und mein Witz ergründenkann. Dies Mädchen und einer von ihren Begleitern tragendie Kleidung der kaiserlichen Leibwache der Waräger. Viel-leicht habe,sie einen Auftrag vom Kaiser, und es ist der Po-