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47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
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sehen. Von ihrer Schönheit angesprochen, bestimmte er siezur Dienerin seiner Tochter, die gerade jetzt ins jungfräulicheAlter trat, und als das einzige und spätgeborene Kind seinergeliebten Gemahlin des Vatecs Augapfel war. Es war demLauf der Dinge gemäß, daß die Gräfin von Aspramonte, dieviel jünger als der Ritter war, ihren Gemahl, und LaßBrenhilLa, ihre Tochter, beide Aeltern beherrschte.

Es muß jedoch bemerkt werden, daß der Ritter von As-pramonte den Wunsch hegte, seine Tochter zu weiblicherenErgötzlichkciten zu gewinnen, als die waren, welche bereitsschon jetzt ihr Leben oft in Gefahr setzten. Abmahnungenfruchteten nichts, wie der gute alte Ritter aus Erfahrungwußte. Das Beispiel einer etwas älteren Gespielin mochtevielleicht mehr wirken, und es war in dieser Absicht, daß As-pramonte in der Verwirrung bei der Plünderung die jugend-liche Bertha gefangen nahm. Aufs höchste geängstigt, schlangsie sich an ihre Mutter, und der Ritter von Aspramonte, demein fühlendes Herz unter dem Harnisch schlug, wurde von derBetrübniß der Mutter und Tochter gerührt; er bedachte, daßjene eine nützlich? Dienerin für seine Gemahlin werden könne,nahm also beide unter seinen Schutz, und brachte sie aus demGetümmel, indem er die Soldaten, welche ihm die Beutestreitig machen wollten, theils mit kleinen Geldmünzen, theilsmit derben St ßen seiner umgekehrten Lanze abspeiste.

Oer gutherzige Ritter kehrte bald darauf heim, und diereizende sächsische Jungfrau und ihre schon etwas verblühteMutter erreichten unter dem Schutze des ehrbaren und tugend-haften Mannes in Ehren und Sicherheit das StammschloßAspramonte. H er wurden der jungen Bertha alle möglichenLehrer gehalten, um sie in allen weiblichen Künsten zu unter-richten: denn der Ritter hoffte, daß Brenhilda Lust bekommen