165
fachen Gartcnhause, dessen bescheidenes Aeußere die Wohnungder Philosophie und Wissenschaft verkündigte. Indem er hiervor den Fenstern vorbcischritt, machte er ein Geräusch, umdie Aufmerksamkeit des Achilles Tatius oder seines Mitver-schwornen Agelastes zu erregen. Es war jener, der ihn zuersthörte. Die Thüre that sich auf; eine hohe Feder neigte sich,damit ihr Träger die Schwelle überschreiten könnte, und diehohe Gestalt des Achilles Tatius trat in den Garten. „Wasbringt," sagte er, „unsere treue Säuldwache? was hast duuns zu dieser Tageszeit zu berichten? Du bist unser guterFreund und hochgeschätzter Waffengenvffe, und wir wissenwohl / daß dein Bericht wichtig sein muß, da du ihn selbstund zu außergewöhnlicher Stunde bringst."
„Wollte der Himmel," sagte Hereward, „daß die Neuig-keiten, welche ich bringe, einen Willkomm verdienten."
„Nur heraus damit," sagte der Akoluthos, „gut oderböse; du sprichst zu einem Mann, der die Furcht nicht kennt."
Aber sein Auge, das zuckte, als er den Soldaten ansah,seine Farbe, die schwand und kam, seine Hände, die unsicheran den Gürtel des Schwertes zupften, Las alles verricth einenGemüthszustand, der von dem trotzigen Ton seiner Rede sehrverschieden war. „Muth," sagte er, „wackerer Krieger!sage mir deine Neuigkeiten. Ich kann auch Las Schlimmstehören."
„Nun denn mit einem Wort," sagte der Waräger; „Ew.Festen hat mich diesen Morgen beauftragt, die Runde in denKerkern des Blachernäpallastes, wo der blinde alte VerrätherUrsel sitzt, und wo letzte Nacht der tollköpsige Graf Robertvon Paris eingeschlvssen wurde, zu befehligen."
„Ich erinnere mich," sagte Achilles Tatius. — „Wasweiter?"