Druckschrift 
47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

159

wegen einer so unbedeutenden Socke auf seinem Kreuzzugeumkehren, oder daß es die Gräfin von Paris für einen Dienstannehmen werde, wenn man ihr ein Rettuugsmittcl anbietet,das ihre Ehre für immer beflecken würde, weil dadurch einfeierlicher Vertrag gebrochen würde, der auf ihre eigene For-derung gemacht worden ist? Das sei ferne!"

Mein Verstand verläßt mich," sagte der Waräger;dennich sehe, daß ick kein Auskunftsmittel erssnnen kann, ohnedaß Ihr nur auf irgend eine Art mit Euren überspanntenAnsichten dazwischen fahret. Da ist ein Mann, der durch dieschändlichste Hinterlist in die Gewalt seines Feindes fiel, dasWeib dieses Mannes wird durch ähnliche Ränke an ihremLeben und ihrer Ehre bedroht, und nun glaubt er doch, essei nöthig, diesen nächtlichen Banbiten so viel Treu' undGlauben zu halten, wie einem untadelbaften Manne!"

Du saqst eine bittere Wahrheit," versetzte Graf Robert;aber mein Wort ist das Bild meiner Treue, und wenn iches einem ehrlosen und falschen Feinde gebe, so ist das unklugvon mir gebandelt; doch wenn ich es breche, wenn cs einmalanqenommen worden ist, so ist das eine ehrlose Handlung,deren Makel immer an meinem Schild basten würde."

Seid Ihr also damit einverstanden," sagte der Waräger,daß die Ebre Eures Weibes von dem Erfolg eines ungleichenKampfes abbängen soll?"

Gott und die Heiligen mögen dir diesen Zweifel ver-zechen!" sagte der Graf von Paris.Ich werde diesem Kampfemit einem so ruhigen, wenn auch n cht so fröhlichen Herzenzusehen, wie je einem anderen, wo Lanzen gebrochen wurden.Sollte ein Unglück oder Verrath erfolgen (denn von einemsolche» Gegner kann Brenhilda von Aspramvnte unmöglichbesiegt werden), so trete ich in die Schranken, erkläre den