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47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
145
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wns der Alte Freundschaft nennt. Haß ist, und was der Cäsarfür Vaterlandsliebe ausgibt, die ihm nicht erlaube, Feinde inFreiheit zu setzen, eine starke Neigung zu seiner schönen Ge-fangenen ist."

Und diese Neigung soll ihm so viel eintragen," sagtedie Gräfin,als wenn die Feindschaft, hinter die er ste ver-birgt, wirklich wäre. O mein treuer und edler Gemahl!wußtest Du, wie schmachvoll ste mich bebandelt haben, Duwurdest alle Bande durchbrechen, um mir zu Hülfe z» eilen!"

Bist Du ein Mann," sagte Graf Robert zu seinem Ge-fährten,und kannst mir rathen, hierzu still zu schweigen?"

Ich bin ein Mann," sagte der Angelsachse;Ihr, Herr,seid ein anderer; Lock mit aller Rechenkunst können wir nichtmehr als zwei aus uns machen; und an diesem Oit kann einPfeifen des Casars oder ein Ruf des Agelastes uns Tausendeauf den Hals schicken, denen zusammen wir die Stange nichthalten können. Darum haltet Euch still und ruhig. Ichrathe Euch Lies nicht, als wen» ich um mein eignes Lebenbesorgt wäre: denn indem ich mich mit Euch auf diese Wild-gansjagd eingelassen habe, habe ich es auf's Spiel gesetzt, umEuch und die Fra» Gräfin, die eben so viel Tugend alsSchönheit besitzt, zu retten."

Ich ließ mich anfangs täuschen," sagte die Dame Bren-hilda zu ihrer DienerinDer Anschein strenger Sittlichkeit,tiefer Gelehrsamkeit und rücksichtsloser Rechtlichkeit, den sichdieser alte Tropf gab, ließ mich an diesen falschen Charakterglauben; doch dieser Firniß ist verschwunden, seit ich >ein Ver-hältuiß zu dem nichtswürdigen Casar kenne, und das Gemäldezeigt sich in seiner ganzen Häßlichkeit. Aber wenn ich durchGeschicklichkeit und Feinheit diesen Erzbetrüger zu täuschenvermag denn fast jedes andere Vertheidigungsmiltel hatGraf Robert ii. 10