„Es ist einer der Verschwornen, der klopft," sagte er;„wer kommt wohl noch so spat?" Er berührte das Bild derIsis mit seinem Stab, nnd der Cäsar Nicephorns Brienninstrat prächtig gekleidet auf. „Laßt mich hoffen, Herr," sagteAgelastes, indem er den Cäsar mit einem Anschein von Ernstund Wichtigkeit empfing, „daß Eure Hoheit mir sagen will,daß Ihr Eure Gesinnungen nach reiflicher Ueberlegung geän-dert habt, und daß Ihr die Unterredung mit der fränkischenDame so lange aufschieben wollt, bis der Hauptthcil unsererVerschwörung glücklich ausgesührt sein wird."
„Nein, Philosoph," antwortete der Cäsar. „Meine Ent-schlüsse modeln sich nicht nach den Umständen. Glaube mir,daß ich nicht so viele Anstalten beendigt habe, ohne bereit zusein, noch andere zu machen. Die Gunst der Venus ist derLohn für die Mühen des Mars; auch wäre mir die Ver-ehrung des Kriegsgottes unter Mühen und Gefahren gleich-gültig, wenn mir nicht zuvor ein Myrthenreis die Gunst sei-ner schönen Geliebten mit Sicherheit verspräche."
„Verzeiht meiner Offenheit," sagte Agelastes; „aber hatEure kaiserliche Hoheit auch bedacht, daß Ihr ein Kaiserreichund Euer, mein und aller Mitverschwornen Leben auf's Spielsetzt? Und gegen was? Gegen die ungewisse Gunst einesWeibes, das halb Teufel, halb Mensch ist, und das unseremVorhaben durch Neigung oder Abneigung verderblich werdenmuß. Wenn sie sich Euch zeigt, wie Ihr sie wünscht, so wirdsie ihren Liebhaber nicht von ihrer Seite lassen, und ihn derGefahr einer gefährlichen Verschwörung entziehen; und wennsie, wie es die Welt glaubt, ihrem Gemahl und den Gefühlen,die sie ihm am Altar geschworen hat, treu bleibt, so mögtIhr zusehen, wie sie eine Erklärung aufnehmen wird, die siebereits schon einmal so übel genommen hat."