Druckschrift 
47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

130

sich; der Akoluthos ging weit stolzer und hochfahrender hin-weg, als er gekommen war.

Agelastes sah ihm mit einem spöttischen Lachen nachDageht der Narr," saate er,der aus Verblendung die Fackelnicht sieht, die ihn verzehren muß. Ein halbunterrichteter,halbthätiger, halbdenkender, halbmuthiger Schuft, dessen ärmsteGedanken nicht einmal die Erzeugnisse seines eigenen Ver-standesvermögens sind. Sr glaubt, den feurigen und stolzenNicephorus Briennius zu umstricken! Gelingt es ihm, so istseine Politik daran nicht schuld, noch viel weniger sein Math.Nein, Anna Cvmncna, dieser Ausbund von Witz und Geniesoll nicht an einen so geistlose» Block wie di^er Ha bwildegeschmiedet werden. Sie soll einen Gemahl von ächtgriechi-fcher Abkunft habe», der mit aller Gelehrsamkeit Roms undGriechenlands ausgerüstet ist. Und dies wird dem kaiserlichenThron den höchsten Reiz verleiben, daß eine Gemahlin ihntheilt, die durch ihre Studien gelernt bat, die GelehrsamkeitdeS Kaisers nach Werth zu schätzen." Voll Stolz tbat er einpaar Schotte, und fuhr dann, wie von seinem Gewissen ge,troffen, mit gedämpfter Stimme fort:Aber wenn Anna Kai-serin werden soll, so folgt, daß Alexius sterben muß mankönnte die Hände in Unschuld waschen. Und was wär's? Der Tod eines alltäglichen Menschen wird gleichgültig,wenn er Philosophen und Geschichtschreiber auf den Thronhebt; und wann hätten sich je die Besitzer des Kaiserreichsdarum bekümmert, wann und Lurch wen ihre Vorfahren um-gekvmmen sind? Diogenes! Heda, Diogenes!" Der Sclaveerschien nicht gleich, so daß 'Agelastes, mit den Träumen anseine Große beschäftigt, Zeit hatte, noch einige Worte hinzu-zufügen:Ha! ich muß dem Himmel, sagen die Pfaffen,von manchen Dingen Rechenschaft geben, so mag denn auch