wackeren Mann, obwohl er ein Feind meines Volks ist, zutödten, weil er einen Schuft erschlagen hat, der insgeheimauf meine Ermordung sann. Hier ist weder der Platz, nochdas Licht, in welchem es den Kämpen zweier Völker zukommt,ihren Streit anszufechten. Laßt denselben für den Augenblickruhen. Wie meint Zhr, edler Herr, wenn wir een Streitvertagten bis nach Eurer Befreiung aus dem Blachernapalast,und bis Ihr wieder Eure Freunde und Euer Gefolge umEuch habt? Wenn ein armer Waräger Euch hierzu behülflichsein könnte, würdet Ihr ihm später ehrlichen Kampf versagenmit den Wessen Cures oder seines Volkes?"
„Freund oder Feind — willst du deinen Beistand auchauf mein Weib erstrecken, die gleichfalls in diesem ungast-lichen Pallaste eingekerkert ist, so sei versichert, Robert vonParis wird, sei Rang und Stand und Herkunft bei dir, welchesie wollen, dir die Reckte bieten zum Freundschaftsbund oderzum Kampf — zum Kampfe nicht in Haß, sondern zum Zeichender Ehre und Achtung. Das gelobe ich bei der Seele meinesAhnherrn, Karls des Großen, und beim Altar meiner Schutz-heiligen, Unserer lieben Frau zu den gebrochenen Lanzen."
„Genug," erwiederte Hereward. „Ick, ein armer Ver-bannter, bin eben so gut verbunden zuni Beistand für EureFrau, wie wenn ich der Erste in den Reihen der Ritterschaftwäre. Der Sache des ehrenhaften Tapferen sich anzunehmenist ein Mann um so mehr verbunden, wenn sie zugleich dieSache eines hülflosen Weibes ist."
„Ich sollte nun schweigen," sagte der Graf, „und deinemEdelmuth nichts weiter zumuthen. Aber du bist ein Mann,dem zwar das Glück nickt die Gunst erwiesen hat, ihn imStand der Edlen und Ritter geboren werden zu lassen, demaber Gott ein Herz verliehen hat, wie es sich im schönsten