120
den Hals. In demselben Augenblick ließ sich das Rasselneines Harnisches hören, welches die Leiter herab immer näherkam. Unser Bekannter Hereward erschien in dem Kerker.Das Licht, welches nach dem Erlöschen der Fackel Sylvansvon dem Kopf des Hilters strahlte, zeigte diesen bluttriefendunter den Händen eines Unbekannten. Unverzüglich eilte He-reward ihm zu Hülfe, packte den Grafen mit demselben Vor-theil, wie dieser einen Augenblick rorher den Erstochenen ge-faßt hatte, und drückte ihm de» Kopf auf den Boden. GrafRobert war einer der stärksten Männer jener kriegerischenZeit, aber der Waräger war nicht minder stark und hatte nochden Vortheil des Angriffs auf einen Knieenden voraus.
„Ergib dich auf Gnad oder Ungnade, oder Lu stirbst vonmeinem Dolch!" rief der Waräger.
„Ein franzönscher Graf ergibt sich nie, am wenigsteneinem verlaufenen Knecht, wie du," erwiederte Robert, dererriet!?, welchen Gegner er über sich hatte. Mit einer plötz-lichen gewaltigen Anstrengung befreite er sich halb aus derHand des Warägers. Aber Hercward, seine große Kraftzusammennehmend, behauptete seinen Vortheil und zückte denDolch zur Beendiaung des Kampfes. Da ließ sich ein Höllen-gelächter vernehmen. Des Warägers erhobener Arni wardkräftig gefaßt und ein haariger Arm umschlang seinen HalSund warf ihn auf den Rücken, so daß der französische Grafcufspringen konnte.
„Du bist des Todes, Elender!" rief Hereward, ohne zuwissen, wen er bedrohte. Der Waldmensch in scheuer Erin-nerung der Uebermacht menschlicher Wesen, floh die Leiterhinauf und überließ es den beiden Gegnern, ihren Streitauszufechten. Die Umstände ließen einen verzweifelten Kampferwarten. Beide waren groß, stark, muthig, durch Haruische