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47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
101
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man ihn dieser Probe unterwarf, zu was hatte man ihrenzarteren Leib und weiblicheren Mulh ausersehen? War sieimmer noch in seiner Nähe wie beim Schlafengehen gesternAbend? oder hatten die Barbaren, die mit ihm ein so grau-sames Spiel trieben, sein und seines Weibes Zutrauen be-nutzt, inn ihr einen ähnlichen Streich zu spielen oder nocheinen schlimmeren? Sollte sie schlafen oder wachen, oderkonnte sie schlafen bei dem furchtbaren Brüllen, das allesbeben machte? Er entschloß sich, ihren Namen zu rufen, umsie wo möglich zu mahnen, ans ihrer Hut zu sein und zuantworten, ohne jedoch in das Gemach einzudringen, daseinen so gefährlichen Gast einschloß.

Er rief also den Namen seines Weibes, aber seineStimme zitterte, als wenn er gefürchtet hätte, das wildeThier könne ihn Horen.

Brenhilda! Brenhilda! wir sind in Gefahr er-wache, und sprich zu mir, aber stehe nicht ans." Es erfolgtekeine Antwort.Was ist anö mir geworden," sagte er zusich selbst,daß ich Brenhilda von Aspramonte rufe, wie einKind seine schlafende Wärterin, und alles darum, weil einewilde Katze bei mir im Zimmer ist? Schäme dich, Graf vonParis! Man soll dir dein Wappen zerreißen und die Sporenvon den Füßen hauen! Heda!" rief er laut, doch immernoch mit zitternder Stimme:Brenhilda, wir sind verrathen,Feinde über uns! Antworte mir, doch rühre dich nichtvom Platz."

Ein dumpfes Knurren des Ungeheuers, das sein Zim-mer besetzt hielt, war die einzige Antwort. Der Ton schienzu sagen-Du hast keine Hoffnung mehr!" und er durch-drang des Ritters Herz wie die wahre Stimme der Verzweif-lung.