sie ließ sich nichts merken, und das Ehepaar war eben in dasLabyrinth von Gängen gelangt, durch welche Hereward jüngstgegangen war, als ein Kämmerer und eine Dienerin in reicherKleidung vor ihm die Kniee beugten und ihm Mittel und Ortanboten, noch vor der kaiserlichen Audienz die Kleidung zuwechseln. Brenhilda betrachtete ihren Anzug und ihre Waffen,die mit dem Blut des frechen Scythcn befleckt waren, undobgleich sie Amazone war, schämte sie sich ihres unordentlichenunreinen Anzugs. Auch die Waffen des Ritters waren blutigund beschädigt.
„Sagt meiner Dienerin Agathe, daß sie mich bedienensoll," sagte die Gräfin. „Sie allein versteht es, mich zu ent-waffnen und anzukleiden."
„Nun, Gott sei gelobt," dachte die griechische Kammer-frau, „daß man mich nicht bei einer Toilette verlangt, woSchmiedehämmer und Zangen die nokhwcndigsten Dinge sind!"
„Sagt dem Marcian, meinem Wappner," sagte der Graf,„den silbernen und blauen Anzug von Blechstückchen und Ring-lein zu bringen, den ich dem Grafen von Toulouse abgewon-nen habe."
„Kann ich die Ehre haben. Eure Rüstung zu ordnen,"sagte ein reich gekleideter Höfling, der einige Merkzeichen deSWappnerhandwerks trug, „da ich sie auch dem Kaiser angelegthabe? — möge sein Name gesegnet sein!"
„Und wie viel Niete hast du bei dieser Gelegenheit mitdieser Hand gemacht," sagte der Graf, die Hand fassend, „dieaussieht, als wäre sie nie anders als mit Schönheitswassergewaschen worden — und mit diesem Spielzeug da?" er deu-tete auf einen Hammer mit elfenbeinernem Stiel und silber-nem Kopf, der in einem milchweißen Schurzfell von Bocks-leder stack, welches der Beamte als Zeichen seines Handwerks