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47 : Graf Robert von Paris ; 2 (1846)
Entstehung
Seite
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einem oder dem andern der beiden Tapfern verderblich werdenkonnte. Die Stadt lag nun im Dunkel vor ihnen, durch dasman die dichter schimmern sah, welche die Häuser der Bur-ger erhellten. Der fürstliche Zug ging durch das goldeneThor, wo der rechtschaffene Centurio seine Wache unter dieWaffen treten ließ.

Wir müssen nun aufbrechen, schone Dame," sagte derGraf, als die Gesellschaft abgestiegen war, und an der ge-heimen Thür des Blachernä-Pallastes hielt,und unsereHerberge von letzter Nacht aufzufinden suchen."

Verzeiht, nein," sagte die Kaiserin.Ihr müßt Euchentschließen, in einer Eurem Range angemesseneren Wohnungzu Nacht zu speisen und zu ruhen, und Ihr sollt keinenschlechteren Wirth haben, als ein Glied der kaiserlichen Fa-milie, das Euer Gefährte auf dem Wege war."

Der Graf nahm die Einladung freudig an, die so freund-lich gemacht worden war. Obgleich er in die Reize seinerBrenhilda so verliebt war, als ein Mann es nur sein konnte,und ihm nie der Gedanke gekommen war, eine andere Schön-heit der ihrigen vorzuziehen, so schmeichelte ihn doch die Auf-merksamkeit, die ihm ei» Weib von so großer Schönheit undhohem Rang erwies; und das Lob, womit ihn die Prinzessinüberschüttet hatte, war nicht auf de» Boden gefallen. Er warnicht mehr in der Laune wie am Morgen, geneigt, das Herzdes Kaisers zu kränken und seine Würde zu beschimpfen;sondern gekirrt Lurch die geschickte Schmeichelei, die der altePhilosoph Lurch die Schule und die schöne Prinzessin von derNatur erhalten hatte, nahm er die Einladung der Kaiserinan, und das um so leichter, als er von der Dunkelheit denverdrießlichen Zug nicht bemerken konnte, welcher die StirneBrenhilda's überzog. Welches auch der Grund sein mochte,