Druckschrift 
2 (1859)
Entstehung
Seite
8
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im Hause waren, mußten neben der Tafel stehend, die Hüte in derHand, den schmausenden Bauern zusehen. Ein Bauer schrie einender nahe stehenden Ordensherren an: „Heut, Junkerlein, sehn wirDeutschmeister," und schlug ihn dabei so derb auf den Bauch, daßer jählings zurück stürzte. Nach dem Schmause wurde das demBeutemeister übergebene Geld getheilt. Die Hintersassen des Or-dens forderten für sich das Meiste. „Wir Dentschmeisterischen,sagten sie, haben den meisten Theil hereingeführt, darum sollte manauch was im Hofe ist, niemand billiger als uns geben." Sie hat-ten auch an Baarschaft schöne Summen im Hause gesunden; erstein Paar Tage zuvor war für den Komthur von Winnenthal eineTruhe mit 4000 Gulden, von Heinrich Sturmfeder eine Summevon 200 Gulden u. s. w. in dem Hanse niedergelegt worden. DerOrden schätzte seinen Schaden auf 20,700 Gulden. Wir hören,daß einer von den Hauptleuten für seinen Theil nicht weniger als1300 Gulden erhielt und ähnliche Summen Andere ').

Mittlerweile hatte eine Streifschaar des Bauernheers mit schwe-rem Geschütz ans Neckarsulm sich auf das feste und wohlverwahrte,auf einer Berghöhe liegende OrdenShaus Schauerberg geworfen *),denn seine Erstürmung war den Bauern besonders wichtig. Zuvorschon von Heilbronn aus vor einem Ueberfall gewarnt, hatte sichder dortige Hauskomthur reichlich mit Besatzung, Pulver und Ge-schütz versehen. So sah er unverzagt das Bauernvolk heranziehen.Obgleich jedoch fest entschlossen, die Burg mannhaft zu vertheidigen,gab eine Meuterei unter seiner Mannschaft ihm Anlaß, an ihrerTreue zu zweifeln und ans seine Frage an sie: wessen er sich vonihr zu versehen habe? erhielt er die Antwort: man sei zu schwach,um das Haus zu behaupten. Dennoch traf er Anstalt, den Feind,als er ihn am 19. April den Berg Heraufrücken sah, mit einigenSchüssen aus schwerem Geschütz zurückzuwerfen. Allein die Meu-terer hatten die Büchsen vernagelt und das Pulver mit Wasser ge-tränkt. So blieb den Ordensherren im Drange der Gefahr nichtsübrig, als mit Zurücklassung aller ihrer Habe in möglichster Eiledie Flucht zu ergreifen. Die Bauern bemächtigten sich jetzt derBurg ohne allen Widerstand und nachdem sie dieselbe völlig aus-

') Nach Zimmermann II. 475. Vgl. Jäger Geschichte von HeilbronnH. 30 ff.

0 So nennt es der Deutschmeister, Zimmermann 486 Scheuerburg.