Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
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322
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§ 3 .

Um die verschiedenen Umstände zu bestimmen, welche dieseErscheinungen liir die verschiedenen Punete der Oberfläche derErde begleiten , kann man sich wieder der Methoden bedienen,welche wir oben bey den Sonnenfinsternissen vorgetragen haben.Da es aber hier eigentlich nur um die beste Auswahl dieser Ortezu thun ist, um aus den an ihnen angestellten Beobachtungen dieSonnenparallaxe am vortheilhaftesten abzuleiten, so können wirhier das folgende bequemere Verfahren anwenden.

Man stelle einen Globus so , dass seine Polllöhe gleich derDcclination der Sonne (hier + 22 ° 3o') werde, und führe Parisunter den fixen Meridian, und den Index des Stundenkreisös aufi 2 h . Dann drehe man den Globus gegen Ost, bis der Index 7' 20 'durchlaufen hat (also auf 4 l 57 ').

In dieser ersten Lage des Globus geht allen Orten, diein dem östlichen Theil des Horizonts liegen , die Sonne eben un-ter, und denen in dem westlichen Horizont auf. Die unter demfixen Meridian haben eben Mittag. Der fixe Horizont des Globusbezeichnet also alle die Orte, welche den Eintritt der Venus beySonnenuntergang, und alle die, welche den Eintritt bey Sonnen-aufgang sehen; die ersten liegen nämlich in dem östlichen, diezweyten in dem westlichen Theile des Horizonts.

Eigentlich sehen nicht alle in dem östlichen Theil desIIorizonLs den Eintritt bey Sonnenuntergang, sondern nur dieje-nigen, welche in dem Puncto dieses Horizonts wohnen, der inder Richtung der geraden Linie liegt, welche die Mittelpuncteder Venus und Sonne verbindet, da für diesen Punct allein, dieParallaxe die Venus in der kürzesten Richtung auf die Sonnebringt, während für die andern Punete die Parallaxe in einerschiefen Richtung wirkt, also die Venus von der Sonne noch wei-ter entfernt erscheint. Wir werden weiter unten diese Punete ge-nauer bestimmen.

Jene, in dein östlichen Horizonte, sehen also bloss den Ein-tritt, und sonst nichts von der ganzen Erscheinung; die in deinwestlichen Horizonte aber sehen den Eintritt, und auch die dar-auffolgenden Phänomene. Die übrigen endlich, welche in derobern oder beleuchteten Hämisplnire wohnen, sehen entwederden ganzen Durchgang, oder doch einen Theil desselben , undzwar mehr oder weniger, je mehr oder weniger sie vom östli-chen Horizonte entfernt sind.

Man drehe nun den Globus wieder zurück, so dass Pariswieder unter den fixen Meridian, oder der Index au('i2 1 ' kömmt,und bewege ihn dann Östlich, bis der Index i5'' 54' gegen Ostdurchläuft (also auf lo^ö').