Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
254
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Erde und der Sonne auf entgegengesetzten Seilen berühren, wäh-rend der volle Schalten von den beyden Linien eingeschlossenist, die die Oberfläche der Erde und der Sonne auf derselben Seiteberühren. Dieselben Erscheinungen haben auch bey den übrigenSatelliten unsers Planetensyslenies Statt, und da sie bey deinDurchgänge durch den Schatten ihres Hauptplaneten, ihres, vonder Sonne geborgten Lichtes in dorThat beraubt werden, so nenntinan diese Phönoniene w a h r e E i n s t e r n i s s e.

Anders verhält es sich, wenn dieselben Körper in Conjunc-tion mit der Sonne oder einem anderen Gestirn sind, wodurch dasLicht der letzten Körper nicht ihnen selbst, aber doch uns, unseremAnblicke entzogen wird, welches man eine scheinbare Fin-stern iss nennt. Steht der Mittelpunct des Mondes in seinerGonjunetion auf der geraden Linie, welche den Mittelpunct derSonne ipit dem Auge des Beobachters verbindet, so wird das letzteeine totale oder eine ringförmige Soiincnfinslerniss sehen,wenn der scheinbare Durchmesser des Mondes grösser oder klei-ner ist, als jene der Sonne.-Geht aber die Linie vom Auge desBeobachters zum Mittelpunct der Sonne nicht durch den Mittel-punct des Mondes, sondern durch einen andern Punct seines Durch-messers , so wird der Mond nur einen Tiieil der Sonnenscheibebedecken, und die Fiusterniss wird partial seyn Da derMond aus verschiedenen Puncten der Oherlläche der Erde gese-hen , wegen der Parallaxe an verschiedenen Orten des Himmelszu stehen scheint., so werden die scheinbaren Finsternisse nichtan allen Orten der Erde dieselben Erscheinungen darbielhon, wiediess bey den wahren Finsternissen geschieht, daher wir jede der-selben besonders betrachten werden.

Die Theorie der scheinbaren Finsternisse zerfällt in zweyTheile, deren der erste sich mit den schon beobachtetenFinsternissen und ihrer Anwendung zur Verbesserung derMonds-tafeln und zur Bestimmung der geographischen Längen der Beob-achtungsörterbeschäftigt, während der zweyle die noch zu beob-achtenden Finsternisse oder ihre Vorherbestinnnung durchRechnung zum Gegenstände hat. Diese Vorherbeslimmung kannunter einem doppelten Gesichtsptinele betrachtet werden, indemman nähmlich die Erscheinung der Finsterniss entweder für dieErde überhaupt, oder liir irgend einen gegebenen Punct der Erdeuntersucht. Eine eigene Betrachtung endlich verdienen ihrer Wich-tigkeit wegen die scheinbaren Finsternisse, welche durch denDurchgang eines untern Planeten vor der Sonnenscheibe ent-stehen. Wir wollen diese verschiedenen Untersuchungen nacheinander vornehmen, und mit den wahren Finsternissen denAnfang machen.