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diefe Weife vielleicht einen gefärlichen Kampf zu vermeiden;doch zweifelt er felbft halb an dem Erfolg des Mittels (v. 375):
„Den mufs man fuclien durch Gefchenke mild zu ftimmen . . .geht hin und feilt ob ihr’s vermögt ihn zu gewinnen.“ (v. 378.)
Bei den Franzofen dagegen fürchtet er fo wenig Wider-Hand, dafs er fie als im voraus ihm verbündete Geifl.es-verwandte anfieht und begrüfst (v. 353 ff.):
„Die fchufen längft den Schnitt für unfre neuen Glaubensmodenund ebneten für unfern Einzug felber Weg und Boden.
Was ihnen durch fcholaft’fche Feinheit ftets gelungen,diefelbe Herrfchaft hat fich unfre Kraft errungen.“
Darum wird der König von Frankreich auch vor den Anderendurch einen Kufs des Antichriflen ausgezeichnet, als er dievon ihm gehegte Hoffnung erfüllt.
Dabei ifls doch nicht nur verblendeter Nationaldünkel,der die Rollen fo auszuteilen weifs. Zwar mit den Griechenmacht der Deutfche Kaifer fo wenig Umflände, als nachmalsder Antichrifl. Die gelten in ihrer Schwäche fchlechtwegals eine Beute der Macht. Von den Franzofen dagegen fprichtder Kaifer mit gebürender Achtung (v. 82):
„Der Franken Volk hat ftets fich waffenftark erwiefen.“
Aber es gilt eben die Weltmiffion des Römifchen Kaifertumsdurchfüren — und Furcht kennt der Deutfche auch vor eben-bürtigeren Gegnern nicht; darum Trotz gegen Trotz (v. 113 ff.):
„Das ftolze Wort mit Taten fei es corrigieretim Staub’ werd’ Uebermut gebüfst, wie’s ihm gebüret.
Die nicht in Kriegerehren untrer Fahne folgen wollen,als Knechte bald genug des Zwanges Joch fie fülen follen“.
Mannesmut kennzeichnet den Deutfchen: das mufs vor allemder Antichrifl erfahren, dem allein Deutfchland noch wider-fleht, nachdem ihm alle andren Chriftenreiche bereits zuge-fallen find und in feinem Dienfle gegen die Andern ftreiten.„Mut und Kraft wohnt in Deutfchen Seelen“: — fo bleiben