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und in den Wagen springen konnte, der schon über Gebühr langehatte warten müssen. Die im Wagen Sitzenden kannten mich auchschon. Doch hörte ich von ihnen viel, und sah den Tag über nochviel, das mich intcresssrte. Ich hatte mir Böhmen und die Gebirgerings um dies Land ganz anders gedacht. Die Berge sind vonabgerundeten Formen, von mäßiger Höhe, oben mit weiten Pla-tean'S, mit Tannen bewaldet; nirgends sieht man Laubholz, außereinigen Weiden und Erlen. Das Innere Böhmens dehnt sich zuunermeßlichen Ebenen aus mit halbverdorrten Fruchtfcldern, ohneBaum und Strauch. Alle Stunden oder zwei sieht man ein Dorf;langweilige Gegenden! Wir trafen unterwegs eine Zigeunerbandean von 25 Köpfen. Gerne hätte ich genauere Inspektion genommen;aber wir flogen zu schnell vorbei. Es leben an 16,000 dieser asiati-schen Halbnomaden in Böhmen. Sie betteln, wahrsagen, stehlenKleinigkeiten, aber sollen herrliche Musik machen. Jedermann hierzu Lande spricht deutsch, nur die Landleute ihr eigenthümlicheSböhmisch.
So kamen wir nach Prag. Die Stadt ist groß (an 112,000Einwohner). Was ich bisher von ihr sah, war eben nicht geradeimposamt. Sie gleicht einer veralteten Schönen im verblichenenNeifrock von blumigem Seidcndamast. Es ist mir aber lieb, dazu sein. Ich bleibe ein paar Tage hier in Hahns Gesellschaft,der heute oder morgen nachkommt, um die Merkwürdigkeiten Allezu sehen. Dann zieht cs mich wieder nach Süden zu Dir und denKindern. Jedenfalls Hab' ich hier den Wendepunkt meiner Som-merfahrt erreicht und freue mich, ein paar Tage auörnhcn zu können.Das Nmherstrcichen thut mir physisch und geistig Wohl. Wenn ichnur wüßte, ob ihr Alle wohlauf seid!