Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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I

Die Verlobung.

1. Des Vaters Heimkunft.

Än einem frcnndlichen Junius-Abend des Jahres 1832 fuhr einleichtbepackter Reiscwagcn die Bergstraße abwärts gegen das weite,anmuthige Thalgelände von Koran. Ein Mann von ungefährsechszig Jahren, doch frisch und rüstig wie ein Fünfziger, saß, mitverschränkten Armen, in einen Winkel des Wagens hingelehnt;einfach gekleidet im grünen Nebcrrock, die normandische Jagdkappeüber die Stirn niedergczogen. Es war der Kirchenrath Danielis.Er kam von einer sommerlichen Lustrcisc zurück, wie er sic jedesJahr, seiner Gesundheit oder Erholung willen, zu thun Pflegte.

Die Thalgegeud, die unter ihm, im Goldlichte der Abend-sonne, im malerischen Gemenge von Wiesen, Waldgruppen, Dör-fern, Fruchtfeldern und Bergschlössern schwamm, reizte seine Auf-merksamkeit wenig. Er lebte noch stillträumend unter Menschenund Landschaftsbildcrn, welche ihm die beendete Irrfahrt zugeführthatte. Bald schweifte er durch die kahlen Hochebenen der schwä-bischen Alb, bald wieder unter den schwermüthigen Ruinen derAbtei Hirschau; oder er schwärmte in den stillen Umgebungen desBades Liebenzell, in den Schattengängen von Rippoltsau mit trau-