Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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Ich besuchte den zwölfhundcrtjährigen Kirchhof der Israeliten,den Hradschin, das Theater (wozu mir die k. k. Thcatcrdirektionzu meiner großen Ncberraschung ein Lvgcnbillet sandte). Hahnnnd seine Fran sind meine treuen Begleiter. Ich lebe wie in einerTraumwelt; bin aber nicht frei, wie man auf einer Reise seinsollte; Viele kennen mich; ich muß bei den vielen Besuchen, dieich zu empfangen habe, ans meine Worte achten; stets für meinemoralische Toilette besorgt sein; gehe denk' Dir, nie ohneHandschuh nnd Stock in der Hand über die Straße, äußerst ehr-bar nnd wichtig nnd denke nnd seufze dabei:O wenn ich dochnur schon wieder daheim wäre!" Besonders gestern seufzte ich so,da beinahe den ganzen Tagen Regen herabsirömte. Der graue Him-mel versprach noch mehr Segen, klärte sich doch aber gegen Abendwieder auf. Da ging's ins Museum, in die Gcmäldcgallcric, indas gcvgnostischc und Pctrefaktcn-Kabinet des Grafen von Stcrn-bcrg, endlich noch in die Festung von Wischerad. Die Geschichtejedes Tages ist dem andern gleich; des Merkwürdigen ist so viel undich eile wie ei» durstiger Hirsch von Quelle zu Quelle. Die Natnra-licnsammlungen sind sehr schon; das Kabinct vorwcltlicher Pflan-zen ausgezeichnet. Die Münzsammlung hätte unfern Tauner, wenner sic sehen würde, von einem Entzücken ins andere gestürzt; derböhmischen Münzen aus allen Jahrhunderten sind Wohl die meiste»;doch befinden sich auch viele Römer dabei. In der Bibliothekempfing ich heute FacsimileS von Hnß nnd Ziska's Handschrift,auch dasGvldmachcrdvrf" nnd dieBranntcwcinpest" in czcchischerSprache.

Man überhäuft mich mit Güte. Erst spät kam ich zurück; ichfand in meinem Zimmer mehrere Visitenkarten von Besuchern. Nachdem Essen wollt' ich mit Hahns auf die Sophieninsel; aber Besuchehielten mich bis gegen 6 Uhr ab. Trotz dem fuhren wir im Fiakerdahin, hörten noch von der herrlichen Musik; saßen dann bis 9 Uhr