Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
377
Einzelbild herunterladen
 

377

stätigte» mir einsichtsvolle Männer mehrfach, daß die Gährnngwirklich in tausend Gcmüthcrn in hohem Grade bestehe. Da sinddie alten Snpcrnatnralisten und Nationalisten, da sind Hegelianerund Hengstcnbcrgianer, da Jesuiten und Nongiancr, da Licht-srcunde und die strenge» Anhänger des Lntherthnms, die noch anjeder Formel vom Katechismus des großen Reformators festklcben,als hinge daran Seligkeit oder Hölle; und ich weiß nicht, wiealle die Aner und Jsten sonst noch heißen, die ans deutscher Erdein wucherischer Fülle gedeihen.

Jin Grunde kann ich es den Deutschen, die sich eindenkendesVolk" nennen, nicht verargen, wenn sich Jeder seine Ansichtenüber die höchsten Dinge nach eigenem Gutdünken znrechtlcgt, undwenn Jeder, wie der Weise von Sanssouci cs ansdrückt, nachseiner eigenen Faxon selig werden will. Beim Militär läßt sicheinerlei Uniform und die Dressur zu einerlei Taktschritt hinneh-mcn; aber wollte man dasselbe auch in Dingen des Glaubens cin-führc», so wäre es Wahnwitz. Verschiedenheit der Meinungenmuß cs gebe» und wird cs immer geben, weil der Schöpfer selbstes so geordnet hat. Da streiten Fürsten und Priester vergeblichmit Dekreten und Bannbullen dawider. Es gibt kein unerträg-licheres Joch, als das man den unsterblichen Geistern anflcgenwill. Hat nicht Jeder das Recht zu denken, wie er das Rechthat zu liebe», zu hoffen? Das Ewige und Göttliche bleibt dennochimmer ewig und göttlich, man möge es so oder anders anschanen.Das Göttliche und Ewige ist mit seinen Offenbarungen uralt undwird ewig jung über allen Verkehrtheiten der Menschen fortdanernund siegen.

Darin stimmen die rohesten Völkerhordcn in den australischenGrampiangcbirgen, wie am Oronokostrom, mit europäischen Philo-sophen überein, daß der Mensch mehr, denn ein Thier, sei. Die-ser Meinung war ich auch schon als Kind. Ich hielt damals denZsch. Sie». XlV. 16* -