gaste» von »inner nahe» Ankunft erzählt. Als er n»d seine Franmich in meinem Strohhnt nnd Zwilchrock Abends ans die „Pro-menade", eine breite, mit elegant gekleideten Spaziergängern an-gcfüllte Allee führten, mußte ich nolviw volons eine Menge Be-kanntschaften schließen und wußte nicht mehr neue Komplimentezn erfinden, um all die Komplimente zu erwicdcrn, mit denen ichnur allznsrcigcbig überschüttet wurde. Da lob' ich mir nnscr ehr-liches, einfaches Schweizcrland, wo man dergleichen Noth nichtlecken must. Ich halte das nicht lange aus. Morgen oder über-morgen reiße ich mich los und fahre im Eilwagcn Tag nnd Nachtbis Prag. Hahn kömmt dann mit seiner Fran mir nach. —Maricnbad ist übrigens schön; ein großer Garten oder Park mitpalastartigen, darin umhcrgcstrentcn Gebäuden, Häuserreihen nndBrnnncntempclchcn. Cs ist in diesen strahlenden Sommcrtagcnei» paradiesischer Aufenthalt, wo stch's im ckolco kar nlenle herr-lich nnd voll Freuden leben läßt. — Und doch — hinter all demPrunk nnd Glanz fand ich, in den wenigen Tagen meines Aufent-haltes, schon manches geheime Weh und Elend. Die Leute müs-sen mich für eine Art Scclendvktor halten; meine Gespräche mitmanchen Personen wurden zn förmlichen Konsultationen. Nnd wasrieth ich ihnen an? Du kennst meine Nnivcrsalmittcl nnd Radikal-mittel für solche Leiden: Vergöttlichung des Gcmüthcs in Liebezn Gott und im Vertrauen z» der Hand, die im VerborgenenAlles leitet!
Es ist erstaunlich, wie sich in Deutschland die religiösen nndkirchlichen Gegensätze beinahe »och mit der alten Furie des sechs-zehntcn und stebenzehnten Jahrhunderts bekämpfen. Bisher hieltich, was ich darüber ans der Ferne in Zeitungen vernahm, meistfür Parteigezänke einzelner ertrcmer Führer. Hier aber nun be-