Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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geht ein halbes Säknlm» wie der Schatten eines schöne» Traumesan mir vorüber. Ist es Wahrheit? habe ich bas Alles gelebtund erlebt, seitdem ich zum letzten Male, im Mai 1795 war es,zu Frankfurt an der Oder in sein thränciinaffes Auge blickte, »mAbschied zu nehmen ans die lange, lange Wanderschaft des Lebens?!Ich fühle, trotz meiner eliinndstebenzig Jahre, wieder ehemaligeJünglingsglnth alle meine Pulse diirchströmen. Und doch ist csnicht Alles mehr wie sonst. Die Schweiz war damals das Landmeiner Sehnsucht; jetzt ist es meine Heimath geworden, an diemich tausend Erfahrungen, tausend heilige Bande unauflöslichknüpfen; dort und nirgends sonst sollen meine Gebeine ruhen.Und damals wie meinte doch die imbärtige Weisheit bis ln dasAllcrheiligste der Erkenntniß schon cingcdriingen zu sein, währendjetzt der Greis sich beschämt gestehen muß, kaum die Schwelle derBorhöfe überschritten zu habe».

Doch hübsch in der Ordnung erzählt! In meinem letztenBriefe schilderte ich dir noch mein Müßiggänger-Leben von Karls-bad, die Erwartung, meinen Hahn dort zu sehen. ImFreund-schaftssaale" brachte mir aber ein Herr Präsident v. B. Grüße vonihm und die Bitte, nach Maricnbad zu kommen, wo er seine Kurvollenden werde, nicht unterbrechen dürfe, mich dann aber nachPrag begleiten wolle. Ich war in der That froh, ans Karlsbadwcgziikonimcn. Wohin ich gehen mochte, sah ich mich von soge-nannten Verehrern und Verehrerinnen umringt; ich hätte fastdreinschlagcn »lögen. Denke dir, als ich Abends cingepackt hatte,und nun im Speisesaal meines Hotels um acht Uhr ein PaarForellen verzehrte, füllte sich der Saal wieder, nicht etwanur von nciigicrigen Herren, sondern von Damen »nd daruntereinigen sehr artigen Mädchen. Drei oder vier davon brachten zier-liche StammbuchblLttchen, ihnen etwas hineinzuschrcibe». Ammeisten rührte mich ein bescheidener Katholik von der mährischen