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Verhältnissen. Doch weiß ich nicht, ob diese Klcinmüthigkcit, dieseSclbstverlängnung im Gegcnblick z» dem Egoismus des Italienersund Franzose» mehr Fehler oder mehr Tugend zu ncnueu ist? —Zwar werden wir durch diese Bescheidenheit oft zur übertriebenenNachahmung, zur Nachäffung verleitet, gewinnen aber auch dafürdie Vortheile des Auslandes, inzwischen der imposante Ausländernie Eigcnthümcr deutscher Vorzüge wird.
Schon die älter» Franzosen verspotteten »ns; und sic vielleichtmit bessern Gründen, als die neuern. Der Kardinal Perron,ein Dominique, BouhourS, Caillet u. a. m. hielten dieDeutschen ebenfalls für Menschen, welche ihre ganze Geisteskraftim Nücke»mark besäßen, um Zentnerlasten von Gelehrsam-keit zu tragen, aber desto weniger im Gehirn hätten, um selbstSchöpfungen hcrvvrznbringen, welche den Stempel des Genieswiesen.
Es ist wahr, Italien, Frankreich haben das Recht, Germanienals ihre Schülerin anzusehcn; aber es ist nichts Unerhörtes,daß der eifrige Schüler dem selbstgcnügsamcn Lehrer zuletzt glcich-kam, ihn wohl gar übcrtraf. Griechenland ging zum Orient undSüd in die Schule; aber Indien und Aegypten verloren endlichihren Ruhm, als der Schüler Lehrer wurde. — —-
Doch wohin verirre ich mich? Ich schließe, sonst würdest Dneine Abhandlung bekommen, die auf Dich bei», Lesen daheim indeinem Arbcitöscsscl mit derselben einschläfernden Kraft wirkte,welche mich auf jener einsamen Bank der Promenade zu Karlsbadunter den Harmonien der böhmischen Musik beinahe überwältigthätte. _
Marienbad.
Ich bin hier, am Ziel »nd Ende meines sommerlichen Aus-fluges. In den Armen eines thcnern Gefährten meiner Jugend