Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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Erst am Morgen überwältigte mich ein eiserner Schlaf, vonwelchem ich erst spät Mittags erwachte. Es lag ein Mensch übermeine Füße hingestrcckt wie erstaunt ich, in ihm meinen Clcr-uwnt zn erkennen, der harmlos neben mir ans dem Strohsackschlief! Auf einen, Tische standen Speisen für zwei Personen;diesmal bessere, als sonst; selbst Wein. Auch Messer und Gabel»lagen daneben, die ehemals immer fehlten.

Wie kommen Sie hiehcr?" fragte ich Clermontcn, als erdie Augen anfschlng:Seit wann sind die Mönche barmherziggeworden? "

Clcrmont erzählte mir nnn, der Algnazil Mayor habe ihn diese»Morgen besucht, und ihm angezeigt, daß das heilige Gericht frei-lich noch nicht allen Verdacht gegen »ns fahren gelassen habe, unsjedoch »m eines Scheins willen nicht vcrurthcilen wolle. Wirhätten demnach die Freiheit, beisammen wohnen, und für unserbaarcs Geld »ns jede Bequemlichkeit verschaffen zn können. Ersei darauf zn mir gekommen, habe mich aber im tiefen Schlaf ge-funden und nicht wecken wollen.

Wir umarmten uns auf dem harten Strohlager mit Freuden-thräncn, und erneuerten den Schwur ewiger Freundschaft.

Zwei Familiäres der Inquisition, welche bald, nachdem wirden kleinen Vorrath von Wein und Speisen verzehrt hatte», er-schienen, brachten uns aus meinem Gefängniß eine Treppe höher,in ein Helles, besser möblirtcs Gemach, dessen Fenster mit dicke»Eiscnstäben vergittert waren. Wir fanden hier zwei reinlicheBetten, unsere Reisekoffcr, Kleider, Gelder, Papiere unversehrt,wie wir sie im Gasthofe znrückgclasscn hatten. Nur die KoffrcSwaren mit Gewalt erbrochen worden; auch die Unordnung undVermischung unserer Papiere zeigte, daß sic durchsucht und ge-lesen waren.

Solche Pünktlichkeit und so viel Lebensart hatten wir von den