geffo diese gräßliche Erscheinung in meinem Lebe» nicht. DerKerl, als wüßte er seine Nolle schon, nahm ein grünes, miteinem Schwert und Oclzweig verziertes, hölzernes Kreuz vonder Wand, näherte sich uns damit, und fragte: „Wollet ihr beideeure Ketzerei bekennen?"
Weder Clcrmont noch ich konnten beim Anblick dieses schauer-lichen, ekelhaften Menschen ein Wort hcrvorbringcn, der dieFrage dreimal wiederholte, und sich dann ans den Wink des In-quisitors entfernte.
Auch der Inquisitor wiederholte nun dieselbe Frage. Wir stan-den da, mit der Aussicht auf die schmerzhaftesten Foltern, undbethcuertcn nur immer unsere Unschuld. Beiden brach uns derAngstschweiß aus. Wir glaubten, diese Nacht sollte die letzte nn-sers Lebens werden.
Sie war cs nicht. Aber nur Mönche konnten cs auch sein,die »ns mit einer so abscheulichen, ekelhaften Posse, wie sie trie-ben, und wie doch zuletzt das Ganze nichts anders war, äffen undquälen konnten von ainoro. Man hätte schwören sollen, es seiihr Handwerk, so gelassen bliebe» sic bei unserer Augst.
Ich seufzte nach meinem deutschen Vatcrlande, nach meinerFamilie. Ich glaubte mich für sic ans immer oder auf langeverloren. Da hört' ich einen entsetzlichen Schrei aus ClcrmontsMunde und einen schweren Fall. Ich sah erschrocken auf »nd er-blickte meinen Freund mitten im Saal ohne Bewegung am Bodenliegend. Er hatte sich von den Familiäres losgcrisscn und sie andie Wand geschmettert; die schmerzhaften Verzerrungen ihrer Ge-sichter verkündeten es. Ei» Schauder dnrchdrang meine Glieder.Mein erster Gedanke war: Clcrmont hat einen Selbstmord in derVerzweiflung begangen.
Ich wollte mich von den Wächtern loswindcn; man hielt michfester. Ich war in der unbeschreiblichsten Unruhe und Verwirrung,