327
staben die bedeutungsvolle» Worte glänzten: Uxsurxv vowine,juilioa onusam suana, der Sinnspruch der Inquisition.
Ich ward gemeldet, und darauf in das Zimmer geführt. DreiGeistliche saßen an einem, mit schwarzem Tuch behangcnen Tische;seitwärts einige Schreiber und Rcfcrendaricn. Ein alter, finsterer,blasser Mönch, welcher den Vorsitz führte, betrachtete mich still-schweigend einige Minuten mit einem scharfen, forschenden Blick,als wollt' er bis in das Innerste meines Herzens dringen, undein Fehler, ein Vergehen auslanschcn, deswillen er mich richtenkönnte. Die Todtcnstille rings und weit umher; die Stelle, woich stand, und wo vielleicht schon über manche Unschuld der Stabgebrochen war; der spähende Blick des hager» Mönchs, dessenganze Physiognomie ein gefühlloses, ödes, eiskaltes Herz verkün-dete; die Acmsigkeit der Schreiber rechts und links, die nur kaumeinmal nach mir anssahen — Alles machte einen entsetzlichen Ein-druck auf mich. Ich selbst kam mir wie ein von Gott und Men-schen verlassener Delinquent vor.
Endlich ward ich um meinen Namen, um mein Vaterland,um die Ursachen meines Aufenthalts in Spanien, um jeden Ort,um jeden Tag wo und wann ich da oder dort gewesen, um allemeine Bekannten in Spanien gefragt. Unter den letzter» erschienauch der Name der schönen Menica. Ich nannte ihn freiwillig,unaufgefordert, in der Vermuthung, er werde zuletzt doch dieHauptsache des Verhörs werden.. Und ich hatte auch nicht geirrt.
Alles, was man von mir zu wissen begehrte, erzählt' ich mitder unbefangensten Offenherzigkeit; ich erzählte, was ich von derLebcnsgeschichte meines Freundes Clermont und von seinen Ver-hältnissen mit Menica wußte, und setzte die Frage hinzu: Ist esdenn ein Verbrechen für meinen Freund, ein schönes Mädchen zulieben?
Ungeachtet ich mit der reinsten Aufrichtigkeit gesprochen hatte;