326
der dritte eine brennende Laterne trng, der vierte mein mageresNachtessen brachte. Ich innßtc in ihrer Gegenwart speisen. Alsich ihnen sagte, daß man den Besitzer des Wirthshanscs, in wel-chem ich nnd Clcrmvnt gewohnt hatten, von nnserm Aufenthaltbenachrichtigen, nnd daß er unsere Effekten wohl verwahre» möchte,ward mir zur Antwort: „Ich solle unbekümmert sein, es wäreohnehin schon geschehen. Unsere Effekten wären in Verwahrungbeim Gericht."
Sobald mein Abendessen verzehrt war, verband man mir dieAngen nnd führte mich ans dem Gcfängniß. Ich schmeicheltemir schon mit den Hoffnungen der Freiheit; ich spürte bald, daßich auf offener Straße war. Aber zwei Familiäres hielten michimmer fest an den Armen. Der Weg war weit; ich wußte nicht,wohin es ging? Endlich hielt man vor einem Hanse still. Manläutete. Eine Thür ward anfgertcgelt. Wir traten in das Hans.Ich wurde durch einige Gänge, dann wahrscheinlich über einenfreien Hofplatz, und wieder t» ei» Gebäude geführt, wo man michin ein Zimmer brachte nnd mir die Binde von den Augen lösetc.Ich vermnthctc, man werde mich vor das Gericht der Inquisitionstelle»; fand mich aber, als ich die Augen aufthat, nur in einerZelte, ohngcfähr eben so groß und eben so möblirt, als diejenigegewesen war, die ich verlassen hatte.
Hier ließ man mich allein, nnd verschloß sorgfältig die Thüren.
Erst nach zwölf Tagen ward ich wieder abgeholt. Es war aneinem Vormittag, da zwei Familiäres z» einer sonst ungewöhn-lichen Stunde erschienen, und mir geboten, ihnen z» folgen. Dies-mal wurden mir die Augen nicht mehr verbunden. Wir tratenaus meinem Gefängnifi in einen engen, fensterlosen, langen Gang,der in einen sehr geräumigen führte; von da eine breite, mar-morne Treppe hinauf in einen weiten Korridor. Wir blieben voreiner verschlossenen Thür stehen, über welcher mit goldenen Buch-