Druckschrift 
14 (1853)
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über welchem ein hölzernes Crnzifir hing, waren die einzigen Ge-räthschaften meiner Zelle.

Warnm soll ich cs läugnen? Ich war so betäubt durch dieseunerwartete Begebenheit, daß ich, vielleicht über zwei Stunden,auf dem Strohsack hingcstreckt lag, ohne eigentlich etwas Be-stimmtes zu denken. Nicht mein Gefängnis?, nicht mein Schicksal,nicht Clermont beschäftigte mich. Mein Zustand war der Zustandeines dumpfen, Übeln Traumes, worin ich nur meine Nannh,meine geliebte Gattin sah.

Als ich von dieser düster» Gefühllosigkeit genas, bemerkte ichschon die Dämmerung des Abends in meiner Zelle. Jetzt sannich über die Ursachen unserer Verhaftung nach. Ich musterte allemeine in Sevilla gemachten Bekanntschaften durch, alle meine ge-habten Unterhaltungen, alle Worte, die ich zu dem und diesemgesprochen. Ich konnte mich keiner einzigen Unvorsichtigkeit er-innern, die mich bei der Inquisition hätte verdächtig machen kön-nen. Nichts, als unser sehr unschuldiges, sehr verzeihliches For-schen nach der gehetmnißvollen Menica konnte uns allenfalls zumVerbrechen angerechnet worden sein.

Sie sind jetzt gewarnt?" Das waren Don Ondeano'sletzte Worte gewesen.Sie sind schon verdächtig!" hatteder Priester tu Arcllano zu meinem Clermont gesagt. Und csward mir zur Gewißheit, daß nichts in der Welt, als unsereNeugier nach dem Aufenthalt der schönen Menica uns tu dies un-glückliche Abenteuer gezogen haben konnte. Dies beruhigte mich.Welche Mhsterie auch immer um die liebliche Erscheinung zu Guara-mon walten mochte die Frage nach einem schönen Mädchen hatman ja noch nie zu den himmelschreienden Sünden gerechnet. Ge-lassener erwartete ich jetzt den Ausgang der fatalen Begebenheit.

Es war schon Nacht, als vier Familiäres erschienen, von denender eine bewaffnet war, der andere die Schlüssel des Kerkers,