Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
321
Einzelbild herunterladen
 

321

dcrbar fröhlichen Blicken verstohlen an, verließ nnS dann, um unsdem Abte zn melden, kam zurück und öffnete uns schweigend miteiner Verbeugung die Pforte.

Er führte uns quer durch das prächtige Gebäude gegen dieHinterseitc desselben, wo wir wieder hervor ln einen breiten mar-mornen Sänlengang traten, welcher hier das HanS umgab. Andiese Arkaden stieß ein großer Garten, wo zwischen blühendenMyrten-, Pomeranzen- und Citronenbämncn, welche gleichsamkleine Haine bildeten, einzelne Mönche lustwandelten. Zn derMitte des Gartens lagerten sich vier bronzene Löwen wasserspeiendnm ein prächtiges Bassin, worin ein Kind, ans vier Delphinensitzend, sich an den Wasserstrahlen zn belustigen scheint, die ansden Naselöchern der Mccrnngehcucr emporstrndcln.

Wir glaubten, unser Mönch, der mit einiger Verlegenheit anunserer Seite stand, werde uns sogleich in diesen Garten begleitenwollen. Er machte dazu aber keine Miene, und sprach von Zeitz» Zeit mit den Mönchen, welche in dem Sänlengangc zahlreichans- und abgingen. Ich sand das Betragen nnsers geistlichen Ei-cerone sehr linkisch: Clcrmont aber fand es sehr langweilig.

Wie ist's?" fragte er, »nd nahm den jungen FranziskanerLei der Hand:Ist's erlaubt, die Herrlichkeiten Ihres Klosterszn sehen und zn bewundern?"

Nur einen Augenblick Geduld," erwicdcrte jener:Wir muffenans den Befehl des Herrn Abtes warten."

Hat Ihr Orden noch viel solcher prachtvoller Klöster imKönigreiche?" fragte Clermont weiter.

Einige," antwortete der einsilbige Mönch.

Ist das Kloster Saapio de Saagim so reich, als dasIhrige?"

Ich weiß es nicht."

Aber in welcher Provinz ist eS gelegen?"