319
Wünsche erfüllte. Und doch, dieser schreckliche Augenblick entschieddas Glück seines Lebens — ohne diesen grauscnvollcn MomentHütte er dies edle Mädchen vielleicht niemals gesunden.
Zeder von »ns strich für sich den Tag hindurch in der Stadtund Nachbarschaft umher, das SehcnSwürdigstc zu finden. Erstam Abend fanden wir uns gewöhnlich im Wirthshanse zusammen;da erzählten wir dann einander, was uns Merkwürdiges begeg-net sei.
Auch in Sevilla fanden wir wieder die Spuren erhabener Wirk-samkeit des bewundernswürdigen OlavideS. Während er einstmit unbegreiflicher Geschäftigkeit die Anlagen der Kolonien inSierra Morcna bis zu den feinsten Details hinab ordnete, unddie weisesten Gesetze entwarf, durch welche la Carlvta und la Caro-lina noch heut glücklich gemacht werden, Entwickelte er, als Gou-verneur von Sevilla, seine tiefen Einsichten in die öffentliche Ver-waltung des Staats, seine Unparteilichkeit in der Justizpflcgc,seinen Scharfsinn und Mnth in Handhabung der Polizei. Zu keinerZeit herrschte in Sevilla größere Sicherheit, in den dortigen Ge-richtshöfen strengere Gerechtigkeit, in der Administration weisereSparsamkeit und Ordnung, als zu der Zeit, da OlavideS hier imNamen des Königs regierte. Er belebte den Ackerbau um Sevilla,stiftete hier eine Menge »euer Pflanzungen, und durch ganz An-dalusien; thcilte die Gcmcinwciden mehrerer Städte nach zweck-mäßiger» Planen ei», verschieden von denen, welche er in derSierra Morcna cingcführt hatte, immer auf die besonder» Ver-hältnisse, ans die örtlichen Bedürfnisse und die Denkart der Ein-wohner berechnet; er verschönerte die Hauptstadt Sevilla mit ver-schiedenen Monumenten seines großen Geistes, die jedesmal denNutzen der Bürgerschaft bcziclten. Er baute zum Beispiel —keine Kirche, denn Sevilla hat Wohl an zweiundsiebenzig Pfarr-nnd Filialkirchen cinswcilen genug — ei» schönes Schauspielhaus,