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reisen imiß. Nur ein einzelnes Haus, Vcnta nucva genannt,liegt in dieser traurigen Gegend. Es ist ein schlechtes Wirths-hauS, worin allerlei Lumpengesindel Herberge findet. Wir erhieltennichts, als einen Trunk frischen Wassers.
Spät Abends im Mondcnschcin langten wir in dem StädtchenCarmona an, wo wir kaum ein leidliches Nachtlager fanden.Strabo nannte dies Carmona einst ansehnlich, Julius Cäsarnannte es die festeste Stadt der ganzen Provinz *); wir aber fan-den ein armes, entvölkertes, offenes, kleines Städtlein.
Fliegen und anderes Ungeziefer hatten »ns die ganze Nachtverhindert, ruhig zu schlafen. Freudig begrüßten wir den jungenMorgen, der uns erröthcnd durch die zerbrochenen Fensterscheibenunserer Schlafkammcr anlächelte. Unter dem Gesänge der kaumerwachten Vogel reifete» wir durch die frische, blühende Landschaft.Clermont stimmte ei» Lied fröhlicher als das andere an. Wie ermir sagte, hatte er von der schönen Mcnica geträumt, und zwar,daß er sie in Sevilla angctroffcn. Und dies Sevilla lag nurnoch fünf bis sechs Meile» von »ns. Er wünschte unfern trägenNossen Flügel. Wie abergläubig ist die Liebe! Aber darum istsie es, weil sie am lebhaftesten fürchtet und hofft.
Die Umgebungen Scvilla's sind ungemein aumnthig undfruchtbar. Hier waren einst die berühmten Gärten des Her-kules, wo unzählige Dörfer und Flecken und Meiereien zwischenAeckern von üppiger Fruchtbarkeit und schönen Olivenwäldcrn ge-drängt beisammen lagen. Christliche Frömmigkeit hat die Gärtendes Herkulns wohl sehr verwildern und veröden lassen! Zur Zeit,da hier noch die Mauren herrschten, zählte man im Bezirk von
»bonße llrmissimn lolins provinciw civilas," sagt Cäsar ckoIioUo civili b/. 2 c. 19. 5.