31k
frischungen jeder Art und mit einer Reinlichkeit bedient wurden,wie wir in den größten Städten des Königreichs nicht gefundenhatten.
Wir waren in einer den den Schöpfungen des wohlthätigcnOlavides, im Hanptort einer der von ihm angelegten Kolonienvon Andalusien, wo vormals die einsamste Wildniß, der Schlupf-winkel von Straßenrändern und Banditen gewesen. Welch eineVerwandlung!
Die Anmnth dieser Gegend, die Freundschaft der Bewohnerverführte uns, den ganzen Tag hier zu verweilen. Wie in derGegend von la Carolina vorzüglich Deutsche sich angcsiedclt hat-ten, besteht der größere Thcil der Kolonisten von la Carlotaans Franzosen. Wir sprachen aber auch viele Deutsche ans demehemaligen Lothringen und Elsaß.
Thätiger Gewcrbsfleiß füllte den ganzen Tag hindurch denPlatz und die Straßen mit Menschen, die ihren Geschäften nach-eilten, oder zerstreute sie auf den Feldern. Abends tönten unsaus de» Häusern muntere Lieder an, und der Klang von mancher-lei Instrumenten, nach denen die Jugend tanzte.
In der Mitte des schönen Hanptplatzes von la Carlota, in derMitte dieser neuen Welt von blühenden Pflanzungen, hätte Spa-nien dem Stifter derselben dankbar eine Ehrcnsänle aufrichtcnsollen. Nicht daß er dieses Zeugnisses öffentlicher Erkenntlichkeitbedurft hätte, um verewigt zu sein — Olavides Werke sind Ola-vides Monumente; aber Spanien hätte dessen bedurft, um nichtvor Europa in ewiger Schamröthe zu stehen.
Sobald wir diese Kolonien am folgenden Morgen verlassen,und einige Meilen davon ein unbedeutendes Städtchen Eccijahinter uns hatten, verloren wir »ns wieder in einer weiten Ein-öde, die durch ihre Nnwirthbarkcit und Einförmigkeit noch mehrals durch die schlechte» Wege ermüdet, auf denen man sie durch-