keit dcr Intoleranz und des kirchlichen Fanatismus ln seiner ganzenUngeheuern Größe zu bezeichne».
Wir gelangten durch das schlecht bebaute Land endlich gar ineine wette, dürre, sandige Wüste. Und doch befanden wir »nsnur noch etliche Meilen von Cvrdvva entfernt. Zn unsrer Linkenfloß der breite Strom des Guadalquivir, welchen hier aber schiff-bar zu machen noch Niemanden in den Sinn gekommen zu seinscheint, so leicht auch der Kampf mit den Hindernissen, und sogroß der Gewinn für das Land sein würde.
Der Weg und die Landschaft, je näher wir an Cordovakamen, wurde wieder angenehmer. Endlich sahen wir die weilandruhmreiche Stadt, ehemals die Wiege großer Geister, wo Scnecadcr Philosoph, Seneca dcr Tragiker, wo Lucan dcr Sängerder Pharsalia, und unzählige andere römische Dichter, Philosophenund Geschichtschreiber in dcr hohen Schule gebildet worden waren,die Cicero selbst mit Hochachtung nannte*). Hier war es, wo-hin die Wissenschaften, und Künste flüchteten, wo ihnen einst dieMauren Altäre gebaut hatten, als die ganze Christenheit vonmönchischer Unwissenheit und vom eisernen Aberglauben unterjochtwar. Cordova bildete die dreißig Weisen, welche jene Werkeschrieben, die wir unter Aviccnna's Namen kennen, und war derGeburtsort des berühmten Averroes.
Von der vormaligen Größe behielt Cordova nichts, als einenelenden, erloschenen Umriß, den weitläufigen Umfang, mit schlech-ten, halbverfallenen Häusern angcfüllt. Wo einst im Zeitalter dcrMauren dreimalhilnderttailsend Einwohner gezählt wurden, findjetzt noch kaum fünfzehntauscild vorhanden.
Schon gewohnt an die schlechten Wirthshäuser i» Spanien fan-den wir das beste in Cordova, bei aller seiner Armseligkeit nnd
*) In dcr bekannten Rede für den Dichter ArchiaS.