Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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Guadalquivir, und das Städtlcin Andujar, welches neben demStrom auf einer Anhöhe sehr malerisch liegt, mit seinen hoch her-vorragenden Kirchen und Klöstern, und den Ncbcrbleibscln einerantiken Burg, welche dort einst von der mächtigen Hand der Mau-re» errichtet worden war. Hier war einst eine der berühmter»Städte Spaniens, das große Forum Julium und Jllitnrgis,von dem die Geschichten der Borwelt erzählen. Andujar aber istnur ans den Ruinen der verschwundenen Herrlichkeit und ans demSchutt derselben kärglich zusammengestickt. Die Häuser sind nied-rig und schlecht; die Straßen eng und kothig, kaum gepflastert.Alles verräth Entvölkerung, und die Armnth und den niederge-drückten Geist der Menschen.

Spanien spielte einst eine Nolle in der Weltgeschichte; abereine Nolle voll fürchterlichen Glanzes. Es war nie groß, niethatenrcich, als unter den blutigen Panieren, welche Religions-schwärmcrci schwang. Fand diese keine Opfer mehr, so sank derName Spaniens wieder in die alte Dunkelheit unter.

Eben dies entvölkerte Andalusien, durch welches unser Weg zog,ist einer der traurigsten Blutzeugen gegen den Fanatismus. Jahr-hunderte reichten nicht hin, die Million der Wunden zu heilen,welche er schlug. Diese Provinz war eine von denen, welche ammeiste» durch die schauerlichen Edikte verheert wurden, die derchristliche Rcligionscifcr gegen die Mauren vom kastilianischcnThron donnerte, und wodurch ihr die Arme entrissen wurden, diesic anbanten. Was sind doch alle Bartolomänsnächte, was allestziliauischen Vespern neben den Metzeleien, welche spanische Chri-sten unter den Mauren anrichtctcu? Was sind alle Morde, welcheder politische Fanatismus in Frankreich begangen, gegen die Ent-völkerung Amcrika's durch Spaniens Habsucht und Glaubens-cifer? Atabalipa, Montezuma und Olavides, nur dieNamen dieser erhabenen Schlachtopfer sind genug, die Gräßlich-Zsch. N«V. XIV. 14