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Unter allen Hinnnelsstrichcn finden gefühlvolle Herzen ihre Ver-wandten; nnd immer finden wir mir, »m wieder zu verlieren.Jedes neue Glück gibt dem Herzen eine ncnc Wnnde. Erst wen»dieses unter allen seinen Narben wie gefühllos geworden, fangenwir an, dem Lebe» Geschmack abziigewinnen. Es wird n»s erstlieb, wenn es sein höchstes Interesse verloren hat. Darum scheuensich minder cs anszuopscrn die jungen Leute, denn die älter».
9.
Wir saßen am folgenden Morgen mit Anbruch des Tages imWagen. Bald nachdem wir den Boden der Sierra verlassen hatten,welcher noch nicht überall gut knltivirt ist, traten wir i» die größteund fruchtbarste Provinz Spaniens ein, in Andalusien. Eineüppigere Vegetation überfüllte alle Thäler, alle Hügel, alleEbenen. Ein romantischer Duft von tausend Blumen nnd gewürz-hastcn Kräutern schwängerte die laue Luft. Lachende Kornfelderstrichen neben de» Dörfern hin. Welch ein nncrmeßlichcr Reich-thum liegt in Andalusiens Erde, wenn die Bewohner derselbenihn mit deutschem Fleiße hervorzuzichen verständen!
Aber es ward mir, als ging ich durch ein Land, welches, ge-wählt von der Natur zu einem Paradiese, unter den MenschenThorhcit zur Wüste verderben sollte. Wohin wir kamen, sahenwir zerfallende Trümmer einer großer», kraftvoller» Bor-Welt, die null verschwunden war. Der erste, bedeutendere Ort,durch welchen wir kamen, als einmal die lange Gebirgskette derSierra Morena hinter uns lag, hieß Balyen. Die cinstürzcndenFestungswerke, welche diesen Flecken weitläufig umringen, zeigenan, daß er ehemals von größerer Bedeutung und in blühenden»Zustande gewesen. Vier Meilen weiter erreichten wir die Ufer des