Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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307
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Ondeano's Augcn eine seltsame Bestürzung las, die mich sehr be-troffen machte. Er war indessen Meister genug über sich, dieaugenblickliche Verlegenheit mit einem Lächeln zu vertauschen.

„Was ist an dem Kloster Sehenswürdiges? Wie kommen Siedarauf? Haben Sie im Sinn dahin zu reise»?" fragte er.

Jetzt war ich in Verlegenheit zu antworten. Ich stellte michanfangs, die Frage ohne besonder» Zweck nur beiläufig gcthanzu haben. Er glaubte mir aber nicht, sondern drang weiter inmich, ob er mir gleich bekannte, von einem Kloster dieses Namensnicht das Mindeste zu wissen. Aber seine erste Bestürzung undselbst der Ton, mit welchem er die Kcnntniß des Klosters vcr-längncte, hatten mir ihn verrathen.

Um auf irgend eine Weise Licht über den räthsclhafte» Ortzu erhalten, beichtete ich ihm zuletzt ohne Hehl das kleine, roman-tische Abenteuer meines Freundes. Er wurde immer ernster; undeben daß er sich zur bisherigen Heiterkeit zwang, deutete mir dieunangenehmen Empfindungen an, welche meine Erzählung in ihmaufgeregt hatte.

„Wer ist diese Mcnica?" fragte er: „Vielleicht die Tochterder Donna Hcrrera, welche gestern mit der ihrigen durch dieSierra reifete? Der Beschreibung nach sollte sie cs sein."

„Und sie ist es wirklich."

„Es ist eine Fantasie Ihres Freundes; sie wird vorüber gehen."

„Der Himmel geb' cs."

„ Ein junger Mann mit unbeschäftigtem Herzen darf kein Mäd-chen sehen, ohne es auf der Stelle in eine Gottheit zu verwandeln;und nun gar ein junger Franzose! Seien Sie ohne Kummerfür Ihre» Freund Clcrmont."

Don Ondeano begleitete mich bis an den Wagen. Ich hattekeine Hoffnung, von ihm weitere Aufklärungen über das gcheimniß-volle Kloster, noch über die geheimnißvollc Schöne zu erhalten,