301
gehört oder gesehen. Madame Dumoulin und Fanchon haben sieseit gestern Nachts nicht mehr erblickt."
„Ein böses Abenteuer."
„Ich kan» nun Spanien nicht verlassen. Ich bleibe hier, bisich ihre Spuren wieder entdeckt habe. Mein Glück, mein Lebenhängt an dem Wiedcrfindcn dieser Fremden. Tragen Sic Geduldmit mir, lieber Freund; aber ich bin unaussprechlich elend. Meinganzes Wesen ist zerrüttet."
„Immer bleibt es grausam Von Ihrer Schönen, daß sie, sonnangekündct, wie sie erschien, wieder ohne Meldung verschwand.Ein Wort für den Freund hätte sie doch zurücklasscn können."
„Wenn sic cs konnte!" seufzte Clermont. Seine Augen fülltensich mit Thräncn; er wollte mir seinen Schmerz verheimliche» undverließ mich.
Der Roman war mir eben nicht willkommen, und doch mußt'ich dem guten Clermont Mitleid gewähren. Inzwischen, ich wußt'es ja ans eigener Erfahrung, jeder Rausch verfliegt. Man lassennr die Zeit walten.
„Liebe ist kein Unglück?" sagt' ich zn Julietten, als ich sieim Gärtchen beschäftigt fand, Küchenkräuter zn sammeln: „SehenSie jetzt, welches Nebel Sie gestiftet haben gestern? Don Cler-mont ist untröstlich um Menica's plötzliches Verschwinden. Wirwissen nicht einmal wohin sie ist."
„Aber ich!" antwortete Juliettc.
„Und wohin denn?"
„Aber das bleibt unter uns. Ins Kloster Saaplo deSaagim."
„Saapio de Saagim? Wo liegt dies Kloster?"
„Wahrhaftig, das ist mir selbst »»bekannt. Ich hörte nur ge-stern den Namen von Menica's Mutter fallen, und daß sie schnelldahin müsse, und daß es weit von hier sei."