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Selbst also in dem Lande, welches ihm sein Dasein zu dankenhatte, war es gefährlich, den Namen seines Schöpfers auszn-sprechen. Lange hatte kein Spanier seinem Vaterlande größereDienste geleistet, als dieser Sohn Perus; und er, dem der Königdie Stadt Sevilla, die vier andalusischcn Königreiche Granada,Jaen, Cordova nnd Sevilla anvertrant hatte — er, nm dessenFreundschaft die -berühmtesten Männer aller Nationen buhlten —er war durch einen elenden, gemeinen deutschen Kapuziner gestürztnnd dem Ruhme des Vaterlandes geraubt!
11m so rührender war mir der schöne Zug von Dankbarkeit,welchen ich an diesem Tage gegen den Wohlthäter Spaniens inder Brust eines uuschuldsvollen Mädchens entdeckte.
Die liebenswürdige Fanchvn hatte sich gegen Abend ans denfrohen Reihen der Tänzer hinwcggestohlen. Niemand wußte wo-hin sie war; nur ihrem Bräutigam hatte sie gesagt, daß sie indie benachbarte Kapelle gehen, nnd dort ihre Andacht verrichtenwolle. Freilich hatte Colin viele Einwendungen dagegen; abersie schützte ein feierliches Gelübde vor, so sic gethan haben wollte,nnd das sie schlechterdings erfülle» müßte.
Als ich nachher zufällig an der Kapelle vorbeiging, hatte Fan-chon dieselbe schon verlasse». Sic saß ans einem Steine, zwischenden Gärten, welche an die Kapelle stießen, verdeckt durch die hohenHäge, nnd weinte bitterlich. Ich gesellte mich zu ihr. DieThräncn in ihren schönen Augen machten die junge Braut nochunendlich reizender.
„Sie weinen, liebe Fanchon, am schönsten Tage ihres Lebens?Sie sind nicht glücklich?" sagt' ich. Sie wollte anfstehen, undmit mir zu den Tänzern zurück. Mit einem betrügerischen Lächelnwollte sic ihre Thränen verlängnen. Ich hielt sie. Erst vollkom-men beruhigt wollte ich sie zur Gesellschaft znrückführen.
„Was fehlt Ihnen, thcnre Fanchon?" fragt' ich wiederholt.