Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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O gewiß nicht, Mama!" sagte die schüchterne Fauchon,und verbarg ihr crröthendcs Gesicht vor der Gesellschaft.

Glauben Sie ihr nicht, Mama!" rief Jultette:Ich Hab'es von ihr selbst. Es ist ein Colin Von Los Rios. O ich habebeide oft an, Hügel von Noda unter den Olivenbäumcn ertappt,und Colin nennt mich schon seit einem Vierteljahre seine SchwesterJuliette. Ich könnte noch Vieles sagen."

Fanchon wollte entfliehen. Die Mutter hielt sie und sagte:Liebst du den Colin? Er kam gestern mit seinem Vater von LosNios und warb um deine Hand."

Ob ihn Fanchon liebt!" rief Juliette:Ob sie ihn liebt!Ich bitte Sie, Mama, stellen Sie ihr doch nur den Colin unterdie Augen, ob sie es wird längnen können?"

Dn hast Recht!" sagte lächelnd die Mutter:Wir müssenBeide konfrontiren!" Sie öffnete die Thür eines Nebenzimmersund rief hinein. Ein wohlgebildeter junger Mensch' trat herein.Seine frendeglänzenden Augen suchten Fanchon. Es war Colinselbst. Fanchon sah ihn. Mit einem lauten Ach! sank sic an dieBrust der thcnern Mutter, und verbarg ihr glühendes Gesicht undihre Thräncn an deren Herz.

Colin küßte ehrfurchtsvoll die Hand der Madame Dumonlin;sie die Stirn des Jünglings; dann legte sie Fanchon in seine Armeund sprach:Ich gebe sie dir, Colin! Sie ist meine Erstgeborne,die köstlichste Perle meines Hanfes." Die Liebenden umfaßtensich zitternd mit ihren Armen, und gaben sich den Knß der Ver-lobung vor der Versammlung.

Und wie ist's mit dir, Louise?" sagte Madame Dumonlinz» ihrer zweiten Tochter, deren Hände sie in die ihrigen nahm.

Mein Gott, es ist mit ihr nicht schlimmer und nicht besser,als mit Fanchon," entgegncte Juliette.