Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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seine Einladung an, und versprach, mich im Juni ans seinenGütern in der Provence zu suchen und abzuhole», in Gesellschaftdes Major Ferner, ihres Bruders.

Desto besser, lieber Clermont!" sagt' ich:So gehöre» wiruns einander noch länger an. Ich werde den schönsten Frühlingmeines Lebens bei Ihnen in den reizenden Thälern der Provencewohnen. Werden wir bald dahin reisen können?"

Sobald Sie wollen. Mich bindet nichts mehr."

Nichts? lind keine von den Grazien dieses Hauses hier hatSie fesseln können?"

Wahrhaftig, die Mädchen haben mir das Herz mehr als ein-mal in Gefahr gebracht. Sie sind alle so schön, alle so verfüh-rerisch, daß ich mich eins nms andere zuletzt in alle zugleich ver-liebt haben könnte. Ich glaubte lange, die holde Fanchou seinicht gleichgültig gegen mich; sie war gern auf meinen Spazier-gängen mit mir. Und wenn sie zur Guitarre sang, warf sie zu-weilen einen Blick ans mich, einen Blick-ich hätte mich

anbetend zu ihren Füßen werfe» mögen. Dann war mir wiedermancher verstohlene Händedruck der mnthwilligen Louise verdäch-tig und dann wieder beim Pfänderspiel Anettens heißer Kuß,ich sage Ihne», ein Kuß, der kein Spiel war! Ich ward dasabwechselnde Eigenthni» von Allen und von Keiner. Zuletzt be-merkt' ich wohl, ich sei von Allen betrogen; oder vielmehr, ichhatte mich selbst grausam getäuscht, und, was die Unschuld ge-tändelt, für höhere Erklärungen gehalten."

2 .

Wir lachten noch über Clermonts Täuschungen, als MadameDumoulin hereintrat, und uns bat, Zeugen einer Feierlichkeit zusein, die für ihre Familie von großer Wichtigkeit wäre. Sie