Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
136
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der St. Annenkapclle unter dem Ahorn von Trons, vom erstenBnndcsschwur daselbst, nnd von der prunkvollen Erneuerung des-selben im Jahr 1778, angebracht ist. Andere Zeiten, andere Sit-ten. Neben der Mannhaftigkeit nnd Einfalt der Altvordern diegeckenhafte Ziererei und Verfranzöselung der Spätlinge.

Im älter» Bilde erblickt man mit zum Himmel erhobenerRechte, unter dem Ahorn, schwörend den Abt von Disentts imOrdcnskleidc; — den Grafen von Sar, mit weißem Barte,der zum Gürtel reicht, und rnndgcschnittcnem grauen Haupthaar;er stämmt sich, in edler, kräftiger Haltung, auf seinen Knoten-stab; an der'Hüfte links hängt sei» treues Schlachtschwcrt, rechtssein Nänzel mit Lebensmitteln. Ans der andern Seite des Abtsder Herr von Rhäzüns, schlicht nnd einfach wie der Graf. Be-waffnete Männer zeigen sich hinter diesen dreien. Damals trugennoch die Abgeordneten znm Bundestage ihren Mnndvorrath inNänzeln mit sich. Noch rinnt, ohnweit der Kapelle in der Wiesevon Tavarosa, der Quell, an welchem sich die Bundesboten imGrase zu lagern pflegten, nm ihr Mahl zu halten; und noch zeigtman, inmitten des grünen Rasens, den Fels, in dessen Spaltelange Nägel geschlagen sind, an welchen sic ihre Vorrathssäckeaufzuhängcn pflegten.

Im neuern Bilde schwören zierliche Herren des vorigen Jahr-hunderts, steif frisirt nnd gepudert; — alle in den besten Braten-röcken mit Manschetten, gestickten Westen, Uhrberlvcken, kurzenHosen, seidenen Strümpfen, ein Spazicrstöckcheu in der Hand.

7. Die Quellen des Innstroms.

Selten von neugierigen Reisenden besucht wird der hohe Ge-birgspaß, der über die Maloya ins Thal vom Engadin führt.